internationale kommunistInnen - internationale kommunisten berlin - für den kommunismus!
Links:


Sicher durchs Netz

Tipps für den Umgang mit Computersicherheit und Internetüberwachung.

Broschürenvorstellung am Mittwoch, 7. Februar 2007 um 20 Uhr:
Roter Abend, Zielona Gora, Grünberger Str. 73, 10245 Berlin

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort, Seite 2

Sicheres Surfen im Netz, Seite 3

Das Problem mit E-Mails, Seite 5

E-Mails verschlüsseln, Seite 6

Anwendung von PGP/GPG, Seite 8

Problemzone Festplatte, Seite 11

Problemzone Passwörter, Seite 13

Netzwerke und Internetanschluss, Seite 14

Zum Schluss, Seite 15

Impressum/Linkliste, Seite 15

Vorwort:

Stell dir vor, dein Telefon wird vom Staat abgehört - ohne dass ein formeller richterlicher Beschluss notwendig wäre und irgend jemand je davon erfährt. Stell dir außerdem vor, alle deine Briefe werden vom Verfassungsschutz aufgerissen und gelesen. Und stell dir schließlich vor, dass die Polizei unbemerkt in deine Wohnung eindringen und dort deine Unterlagen durchwühlen darf.

Was sich auf den ersten Blick nach einer Szene aus einem orwellschen Science-Fiction-Roman anhört ist bereits zum größten Teil Wirklichkeit - zumindest wenn es um die elektronische Kommunikation geht.

Anhand der Verbindungsdaten - Stichwort „Vorratsdatenspeicherung“ - kann nachvollzogen werden, wer zu welchem Zeitpunkt welche Internetseiten aufruft. Denn das Internet ist keineswegs anonym, sondern dein Computer kann bis zur Telefonbuchse zurückverfolgt werden.

Die aktuelle Diskussion über den legalen Einsatz von staatlichen „Trojanern“ (Spionagesoftware, die den Computer wie ein Computervirus infizieren und ausspionieren soll) lässt auch befürchten, dass ungesicherte Computer bald so zugänglich sind wie eine Wohnung mit offener Haustür.

Seit Januar 2005 haben die staatlichen Repressionsorgane außerdem die Möglichkeit, auf die kompletten E-Mail-Daten bei deinem E-Mail-Provider zuzugreifen. Sie können so verfolgen, wer mit wem kommuniziert und was die Kommunikationsteilnehmer sich mitzuteilen haben. Und wenn wir mal ehrlich sind, kann das für den Staat ganz schön interessant sein. Da wird in der Linken auf der einen Seite z.B. über die Bespitzelung des Berliner Sozialforums diskutiert. Dass aber die meisten über E-Mail verschickten Bündnisprotokolle nicht unbedingt uninformativer sind als die Aufzeichnungen von informellen Geheimdienstmitarbeitern, scheint eher wenig zu stören.

„Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten“, so lautet ein Argument, das häufig von Politikern ins Feld geführt wird. Natürlich braucht ein Staat eine Rechtfertigung für seine Überwachungsmaßnahmen. Aber letztlich geht es vor allem um Prävention und Schutz vor der eigenen Bevölkerung und um Einschüchterung.

Auch wenn die in letzter Zeit grassierenden Überwachungsmaßnahmen, ebenso wie die zunehmenden Grundrechtseinschränkungen, häufig mit einem „Kampf gegen den Terror“ oder der „organisierten Kriminalität“ gerechtfertigt werden, macht es sie nicht besser. Es wäre naiv zu denken, dass solche Technik nicht auch gegen die Linke angewandt wird. Wie ein Blick in die Berichte der Verfassungsschutzämter oder die bereits erwähnte Bespitzelung des Berliner Sozialforums zeigt, sind selbst zivilgesellschaftliche Initiativen von der Überwachung nicht ausgenommen. Zudem muss man noch nicht einmal im Verdacht stehen, unmittelbar strafrechtlich relevante Dinge zu verantworten zu haben.

So scheint die Überwachung der Linken eher eine Art präventive Aufstandsbekämpfung darzustellen, auf die bloße Gefahr hin, dass soziale Bewegungen doch einmal wieder an Einfluss gewinnen und Unmut über bestehnde Verhältnisse äußern könnten, der von größeren Teilen der Bevölkerung geteilt wird.

In ihrem Überwachungswahn und dem Schüren einer Sicherheitshysterie, mit der sich so gut wie jede Maßnahme rechtfertigen lässt, scheinen die Repressionsorgane von einer regelrechten Paranoia getrieben zu sein. Darauf mit einer Paranoia vor Verfolgung und Überwachung zu antworten, scheint die Sache auch nicht besser zu machen. Stattdessen kommt es darauf an, sich diesem Problem bewusst zu werden und mit der Situation vernünftig umzugehen.

In diese Richtung ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten ist Anliegen dieser Broschüre.

Sie ist praxisorientiert geschrieben, d.h. sie beschränkt sich nicht darauf, auf Probleme aufmerksam zu machen, sondern bietet einen Überblick über Handlungsmöglichkeiten. Dabei geht es um einfache Maßnahmen, wie man sich beim Umgang mit Computertechnik vor staatlicher Überwachung schützen kann. Die Anwendung der beschriebenen Programme setzt kein Fachwissen voraus, ist für jede und jeden umsetzbar, der oder die überhaupt einen Computer bedienen kann und muss eigentlich Standard im Ungang mit moderner Technik sein.

Denn statt sich drauf zu verlassen, dass, „wer nichts zu verbergen, auch nichts zu befürchten hat“, sollte man lieber auf Nummer sicher gehen: „Wer sich schützt hat weniger zu befürchten“ ist die angemessenere Antwort auf den Sicherheitswahn.