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Hallo,

wir sind die Berliner Gruppe „Internationale KommunistInnen" („Interkomm"), uns gibt es bereits seit 2003. Gegründet haben wir uns damals, weil Sozialproteste im politischen Alltag wieder stärker wahrzunehmen waren, andererseits jedoch für uns keine Gruppe bestand, die explizit zum Thema „Soziale Kämpfe" arbeitete und gleichzeitig den Klassenkampf propagierte – mit dem Ziel einer postkapitalistischen Gesellschaft. So besteht die Gruppe auch heute noch aus Menschen unterschiedlicher politischer Herkunft: Erwerbslose, Studierende oder ArbeiterInnen unterschiedlichen Alters haben hier zusammengefunden.

Kennenlernen könnt Ihr uns auf unseren monatlichen Veranstaltungen – jeden ersten Mittwoch im Monat ab 20 Uhr im Stadtteilladen „Zielona Góra" in Berlin Friedrichshain. Darüber hinaus beteiligen wir uns an verschiedenen politischen Bündnissen in Berlin und bundesweit, in denen wir versuchen, klassenkämpferische Positionen hineinzutragen und zu stärken.

Bevor es weitergeht sei noch vermerkt: diese kurze Selbstvorstellung kann nur eine grobe Übersicht über uns bieten – letztlich müsst Ihr mal vorbeikommen, um Euch ein Bild von uns zu machen...

Was uns eint und was wir wollen...

Gemeinsame Basis für unsere politische Arbeit ist zunächst einmal die Ansicht, dass in unserer Gesellschaft der Klassengegensatz zwischen Kapital und Lohnabhängigen und die Unterdrückungsformen Patriarchat und Rassismus bestehen. Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sind in letzter Instanz nach den Anforderungen des kapitalistischen Profitsystems organisiert und weitgehend auf Verwertung und Profitmaximierung ausgerichtet.

Dies erscheint dann konkret u.a. in Lohnkürzungen und Sozialabbau, Kriege, Übergriffe gegen MigrantInnen, Antisemitismus, Sexismus und der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Ein Leben, wie wir es uns vorstellen, welches auf den Menschen und seine Bedürfnisse ausgerichtet ist, kann angesichts dieser Realität nicht verwirklicht werden! Ein menschenwürdiges Leben kann es nur jenseits des Kapitalismus geben! Gleichzeitig setzen wir uns jedoch für konkrete Veränderungen ein, die das alltägliche Leben und somit die Kampfbedingungen der Lohnabhängigen verbessern.

Daher geht es bei unserer politischen Arbeit darum, nicht nur die schlimmen Auswirkungen der aktuellen Politik, sondern die Logik des Kapitalismus zu kritisieren und dagegen vorzugehen. Denn es ist diese Logik, nach der jeder Lebensbereich marktkonform (also danach, was möglichst großen Profit abwirft) ausgerichtet wird. Wenn beispielsweise in einem Unternehmen wie BSH Entlassungen anstehen, sind es eben nicht „Managerfehler", die dafür verantwortlich sind, dass zukünftig also ein Teil der Belegschaft ihr Leben vom Arbeitslosengeld bestreiten muss. Im Gegenteil hat das Unternehmen lediglich gemäß dem kapitalistischen Prinzip, nach dem zukünftig immer billiger produziert werden muss, gewirtschaftet - und rationalisiert.

Ebenso sehen wir das Zusammenstreichen der staatlichen Leistungen für Erwerbslose: die Kürzungen, so krass sie für die Betroffenen sind, beruhen nicht etwa auf der „Bösartigkeit der Politiker", wie vielfach auf Demonstrationen behauptet wird. Auch sie sind vielmehr die Konsequenzen aus der marktgemäßen Ausrichtung des Staates. Auch hier geht es nicht um das Wohl der Menschen, sondern darum, Kosten einzusparen. In einer Zeit, in der die Arbeitskraft vieler Menschen nicht mehr benötigt wird, stellen diese nach kapitalistischer Logik nur mehr Kostenfaktoren, letztlich „unnütze Esser" dar. Konkret drückt sich das dann u. a. in der Hetze in den Medien aus, wenn Erwerbslose etwa als Schmarotzer diffamiert werden...

Das gleiche Profitprinzip ist auf allen Gebieten zu beobachten: ob in den Bereichen Schule, Universität oder Ausbildung, bei der Behandlung von MigrantInnen, in der Rentenpolitik oder etwa bei der Umstrukturierung von Städten... Einfach alles wird rationalisiert, um Profit zu machen. Ähnliche Entwicklungen sind in allen industrialisierten Ländern zu sehen. Andere Staaten – vor allem im Trikont – werden ökonomisch von den imperialistischen Ländern abgehängt. Ihnen wird eine eigenständige industrielle und wirtschaftliche Entwicklung notfalls mit militärischen Mitteln verwehrt.

Zur bürgerlichen Gesellschaft gehören auch die Unterdrückungsformen Patriarchat und Rassismus, die sich zwar weitestgehend der kapitalistischen Verwertungslogik angepasst haben, aber dennoch eine gewisse Eigenständigkeit besitzen. Frauenunterdrückung und Rassismus lassen sich oftmals, aber nicht ausschließlich mit ökonomischen Interessen erklären.

Sämtliche unmenschlichen Auswirkungen sind daher keine „Fehler", sondern in der bürgerlichen Gesellschaft bereits angelegt. Unser Ziel dagegen lautet: die klassenlose, kommunistische Gesellschaft!

„Internationaler Kommunismus"?

Es erscheint angesichts der derzeitigen Schwäche und Zersplitterung der klassenkämpferischen Kräfte illusorisch, über den Kommunismus zu diskutieren – weltweit war es immer wieder in der Geschichte die sozialistische oder kommunistische Bewegung, die Alternativen zum Kapitalismus entwickelt hat und versuchte, diese auch in die Praxis umzusetzen. An ihren unterschiedlichen geschichtlichen Erfahrungen orientieren wir uns. Denn auch wenn der Kapitalismus heute anders aussieht als zur Zeit von Marx und Engels, es den Zylinder tragenden Fabrikbesizer nicht mehr gibt und beispielsweise das klassische „Proletariat" heute eher als Klasse der Lohnabhängigen oder auch der Prekarisierten und Ausgegrenzten wahrnehmbar ist: das Klassenmodell besitzt mehr denn je Aktualität und ist nicht das schlechteste, um die bürgerlichen „Welterklärungen" vom „Ende der Geschichte", „Kampf der Kulturen" oder der angeblichen „Volksgemeinschaft" der Faschisten zu entzaubern.

Internationalismus ist für uns selbstverständlich, weil auch das kapitalistische System vor nationalen Grenzen keinen Halt macht, weil in nahezu allen Teilen der Welt die gleichen Grundprobleme bestehen und Kämpfe dagegen stattfinden. Die Zusammenhänge deutlich zu machen ist ein Schwerpunkt unserer Politik. Von den unterschiedlichen Kämpfen in der Welt gilt es zu lernen: wie konnten die „Bildungs- und Arbeitsmarktreformen" in Frankreich gestoppt werden – und warum klappt das gleiche hier nicht? Internationalismus ist notwendig und nur folgerichtig, wenn (Produktions-)Standorte gegeneinander ausgespielt werden sollen – es ist eben nicht egal, ob in Polen oder Tschechien Lohnkämpfe stattfinden, wenn gleichzeitig hier Stellen abgebaut werden sollen. Wenn es weltweite Sozialproteste gibt oder gegen internationale Kriege demonstriert wird, betrifft das immer auch das Leben der Menschen hier vor Ort. Und nicht zuletzt gibt es in anderen Teilen der Welt konkrete bzw. weit verbreitete Vorstellungen davon, wie denn Sozialismus und Kommunismus in der Praxis aussehen könnten.

Gerade weil Teile der jetzigen „Linken" sich vom Klassenkampf verabschiedet haben, finden wir es wichtig, in bestehenden sozialen Auseinandersetzungen den Klassenkonflikt zu verdeutlichen und uns mit konkreten Kämpfen zu solidarisieren. Nur durch eine gemeinsame Organisierung kann es letztlich erreicht werden, dass den ständigen Verschlechterungen unserer Lebensbedingungen erfolgreicher Widerstand entgegengesetzt werden kann. Was auf den ersten Blick hochtrabend oder altbacken klingt, kann also durchaus auf die aktuelle Situation heute angewendet werden. Das hohe Produktionsniveau heute reicht völlig aus, um jedem Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen – es ist nur die Frage, wofür produziert wird bzw. wer den durch uns erwirtschafteten Gewinn einstreicht.

Theorie – und Praxis?

Auf unseren Veranstaltungen behandeln wir aktuelle politische Themen von sozialen Bewegungen weltweit. Wichtig ist uns immer: was bedeutet das durch ReferentInnen Geschilderte für uns vor Ort? Wie ist es möglich, an die unterschiedlichen Kämpfe hier anzuknüpfen, wie, möglichst viele Leute dafür zu interessieren und zu begeistern? Was haben häufig „spezielle" Fragen mit den Problemen der meisten Menschen zu tun? Die unterschiedlichen Themen des „Roten Abends" sollen auch immer ein Schritt über die sogenannte „Szene" hinaus sein.

Eine Vernetzung bestehender sozialer Kämpfe wird unserer Ansicht nach über Bündnispolitik möglich. Bündnisse sind zum einen in der Lage, mit relativ viel AktivistInnen relativ spektakuläre Aktionen für die Öffentlichkeit durchzuführen. In politischen Bündnissen sollte zum anderen immer die Vernetzung bislang isolierter Bewegungen und Gruppen angestrebt werden. Wir besitzen sicherlich kein Patentrezept dafür, wie kommunistische Positionen für mehr Menschen interessant werden können und der Klassenkampf an Stärke gewinnen kann. Wir sind jedoch der Ansicht, dass nur wahrnehmbare Protest- und Gegenbewegungen Grundlage für wieder erfolgreiche Klassenkämpfe sein können. Diese gilt es perspektivisch zu erreichen!

Schaut mal am Roten Abend vorbei!
Ansonsten noch viel Spaß auf unserer Seite...

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Petra Müller, Oranienstraße 18, Berlin-Kreuzberg

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