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Roter Abend:

Nachdem wir den Roten Abend 12 Jahre lang monatlich organisiert haben, haben wir beschlossen, diese Veranstaltung in ihrer bisherigen Form nicht fortzuf├╝hren.

Unser derzeitiger Arbeitsschwerpunkt sind inhaltliche Diskussionen und eine politische Weiterentwicklung auf Grundlage der Positionen der Kommunistischen Linken:

Wer Interesse an einer Auseinandersetzung mit dem Linkskommunismus hat, ist aufgefordert, sich mit uns in Verbindung zu setzen!


Rückblick:

Johann Knief (1880-1919)
Internationale Kommunisten Deutschlands

Wenn es um die historischen Wurzeln der KPD geht, wird meist nur die Spartakusgruppe genannt. Weniger bekannt sind bis heute die Bremer Linksradikalen, die zweitwichtigsten Partner_innen der KPD-Gründung. Dabei haben sie früher und konsequenter als der Spartakusbund die Trennung der Linken von der SPD und eine eigenständige Parteigründung außerhalb der USPD gefordert.

Der Historiker Gerhard Engel hat im Dietz-Verlag das Buch "Johann Knief - ein unvollendetes Leben" herausgegeben, in dem er nicht nur an einen der geistigen Führer der Linksradikalen erinnert. Der Autor macht damit auch die Theorie und Praxis dieser kommunistischen Strömung wieder bekannt.

Am Roten Abend wird Gerhard Engel einen kurzen Überblick über das Leben von Knief und die Geschichte der Bremer Linksradikalen ("Internationale Kommunisten Deutschlands") geben. Wir begreifen diese Veranstaltung auch als kritische Auseinandersetzung mit vergessener kommunistischer Geschichte, die sowohl durch die stalinistische als auch durch die sozialdemokratische Variante der Konterrevolution in der Arbeiter_innenbewegung entstellt worden ist. Was wir heute aus der Theorie und Praxis der Bremer Linksradikalen lernen können, wird Gegenstand der Diskussion sein.

Diskussion mit Buchautor Gerhard Engel:"Johann Knief - ein unvollendetes Leben".

Roter Abend: Mittwoch, 06. Mai 2015 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Klassenkämpfe in der italienischen Logistik –
Erfahrungen, Selbstorganisierung, Perspektiven

Lotte di classe nella logistica italiana –
Esperienze, auto-organizzazione, prospettive

Podiumsdiskussion/Conferenza con discussione
31.03.2015 • 19.30h • k-fetisch • Wildenbruchstr. 86 • Berlin-Neukölln

Offenes Treffen mit Gewerkschaftlern und Genossen aus Mailand/Bologna
Incontro aperto con sindacalisti e compagni da Milano/Bologna
01.04.2015 • 20h • Zielona Gora • Grünbergerstr. 73 • Berlin-Fhain

Vorankündigungen:

1. Mai 2015: vormittags: Klassenkämpferischer Block auf der DGB-Demonstration
18h: Revolutionäre 1. Mai-Demonstration

06.05.2015 • 20h • Zielona Gora • Grünbergerstr. 73 • Berlin-Fhain
Veranstaltung über das Leben des Aktivisten der Bremer Linksradialen Johann Knief mit seinem Biographen Gerhard Engel, Autor des im Dietz-Verlag erschienenen
Buches "Johann Knief - ein unvollendetes Leben"

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Deutsche Kriegspolitik –
Antimilitaristische Mobilisierung und Perspektiven

Am 27 und 28. März 2015 sollen zum dritten Mal die "Königsbronner Gespräche" stattfinden, eine vom Reservistenverband, dem Bundeswehrbildungswerk und der Bundesakademie für Sicherheitspolitik ausgerichtete "Sicherheitskonferenz" im schwäbischen Hinterland (Landkreis Heidenheim). Federführend bei der Veranstaltung ist der CDU-Mann, Oberst a.D. und Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Heidenheim-Aalen, Roderich Kiesewetter.

Die "Königsbronner Gespräche" waren in der Vergangenheit Anlaufpunkt diverser hochrangiger Vertreter aus Politik und Militär. Nach dem Auftritt von Thomas de Maizière 2013 war im letzten Jahr Ursula von der Leyen eine der Referent_innen.

Im letzten Jahr gab es erstmals überregionale Proteste von Antimilitarist_innen aus Süddeutschland gegen das Treffen. Am Roten Abend wird Marcel Kallwass über die Rolle der Königsbronner Gespräche in der der bundesdeutschen Militärstrategie berichten. Außerdem geht es um die Ausweitung des Widerstands. Zudem wird gibt es einen kurzen Input zur lange Zeit wenig beachteten Bundesakademie für Sicherheitspolitik in Berlin-Pankow. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Berliner Initiative NoWar, die kurz über ihre bisherige antimilitaristische Arbeit und die weiteren Perspektiven berichten wird.

Eine Veranstaltung mit NoWar und Marcel Kallwass

Roter Abend: Mittwoch, 04. März 2015 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Was kann die Mieter_innenbewegung
von den Hausbesetzer_innen lernen?

In den letzten Jahren gab es in Berlin vielfältige Proteste gegen Zwangsräumungen, hohe Mieten und die Profiteur_innen der Aufwertung. Doch als vor einigen Wochen Aktivist_innen ein Gelände in der Treptower Beermann­straße besetzten, das für den Bau der A 100 weichen soll, war die Resonanz gering. Warum ist ausgerechnet in Berlin, der Stadt, die in den 70er bis zu den frühen 90er Jahren ein Zentrum der Besetzer_innenbewegung war, diese Aktions­form in Vergessenheit geraten? Darüber wollen wir am Roten Abend mit Armin Kuhn und Grischa Dallmer diskutieren.

Kuhn ist unter anderem im Squatting Europe Kollektive aktiv und hat kürzlich im Dampfboot Verlag das Buch "Vom Häuserkampf zur neoliberalen Stadt" veröffentlicht. Er wird seine dort vertretene These begründen, dass die Besetzer_innenbewegung hinter ihrem Rücken Teil der neoliberalen stadtpolitischen Agenda wurde.

Dallmer, der in europäischen Mieter_innenzusammenhängen involviert ist und die Veranstaltungsreihe Wohnen in der Krise mitorga­nisiert hat, wird einige Überlegungen zu der Frage liefern, ob Haus- und Wohnungsbesetzungen ein Teil der Mieter_innenbewegung sein können. Zur Illustration wird ein Ausschnitt des Dokumentarfilms MIETREBELLEN – Widerstand gegen den Ausverkauf der Stadt von Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers gezeigt.

Veranstaltung mit Armin Kuhn und Grischa Dallmer

Roter Abend: Mittwoch, 04. Februar 2015 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Kommunistische Opposition
gegen NS und Stalinismus

Auch viele Linke setzen noch immer Kommunismus und Stalinismus gleich. Das liegt auch daran, dass die Opposition innerhalb der Kommunistischen Parteien gegen die Stalinisierung der kommunistischen Weltbewegung noch zu wenig bekannt ist. Der Historiker Marcel Bois hat hier mit seinem kürzlich im Klartext-Verlag erschienenen Buch "Kommunisten gegen Hitler und Stalin" eine wichtige Forschungsarbeit geleistet.

Am Roten Abend wird Marcel Bois diese Ergebnisse vorstellen. Für uns sind sie nicht nur von historischem Wert. Am zweiten Januarwochenende gedenken traditionell Tausende den ermordeten Kommunist_innen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Wir haben uns in den vergangenen Jahren auch an der Diskussion beteiligt, welches Gedenken heute für eine emanzipatorische Linke angemessen ist. Wir wollen darüber hinaus gemeinsam am Roten Abend auch die Schwächen und Fehl­einschätzungen der sehr heterogenen kommunistischen Opposition diskutieren und uns fragen, welche Teile ihrer Vorstellungen für einen Kommunismus auf der Höhe der Zeit heute noch brauchbar sind.

Veranstaltung mit dem Historiker Marcel Bois

Roter Abend: Mittwoch, 07. Januar 2015 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Werner Scholem (1895-1940):
deutsch-jüdischer Kommunist und Gegner Stalins

Werner Scholem war neben Arkadij Maslow und Ruth Fischer einer der prominentesten Führungsfiguren des "ultralinken" Flügels der Weimarer KPD. Im Jahr 1925 führte er als Organisationsleiter die Partei, sein Name stand für eine autoritäre "Bolschewisierung" der KPD. Doch schon im Jahr darauf fiel Scholem selbst einer Säuberung zum Opfer: auf Betreiben des Duo Thälmann-Stalin wurde er 1926 ausgeschlossen. Es folgte die Stalinisierung, die KPD wurde zum außenpolitischen Arm Moskaus.

Scholem wirkte bis 1928 als einer der entschiedensten Kritiker Stalins, in seiner Zeitschrift "Fahne des Kommunismus" konnten kritische LeserInnen erstmals den Begriff "Stalinismus" finden. Doch obwohl die Kritik der Ultralinken auf innerparteiliche Demokratie und das Räteprinzip verwies, unterschätzte sie die Gefahren einer diktatorischen Wende in der Sowjetunion - als Stalin 1928 eine formale "Linkswende" vollzog, schwiegen die Kritiker. Scholem wurde 1933 verhaftet, als Jude und Kommunist über Jahre in Schutzhaft gehalten und im Juli 1940 im KZ Buchenwald ermordet.

Über seine widersprüchliche Rolle als Protagonist der Bolschewisierung und Kritiker Stalins wollen wir gemeinsam diskutieren mit Ralf Hoffrogge, Autor des jüngst erschienenen Buches "Werner Scholem (1895-1940) - eine politische Biographie" (UVK Verlag, Konstanz 2014).

Buchvorstellung & Diskussion mit Ralf Hoffrogge

Roter Abend: Mittwoch, 03. Dezember 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Streik in der italienischen Logistik –
ür soziale Kämpfe?

Seit 2008 kämpfen in Italien die meist migrantische Arbeiter_innen der italienischen Logistikbranche gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen, Entrechtnung und Hüngerlöhne. Mit großem Erfolg. In mehreren großen Logistikunternehmen, wie TNT, IKEA, DHL und UPS ist es den Streikenden gelungen, die Einhaltung der nationalen Standards zu erzwingen und sich gegen Vorarbeiter_innen, Leiharbeitsfirmen (sogenannte "Kooperativen"), die massiv auftretende Polizei, die großen Gewerkschaften und die Mainstreammedien durchzusetzen. Seit einem emblematischen Streik bei TNT in Piacenza 2011 weitet sich die Streikwelle bis heute massiv aus.

Unterstützt werden die Arbeiter_innen von Teilen der außerparlamentarischen Linken Italiens und der Basisgewerkschaft S.I. Cobas.

Im Juni diesen Jahres wurden bei IKEA 24 Arbeiter entlassen. Die Entlassungen sind eine politische Antwort der Gegenseite, um die Streikwelle einzudämmen. In Berlin und anderen Städten gab es im Sommer mehrere kleine Solidaritätsaktionen, um die Arbeiter bei ihrer Forderung nach Widereinstellung zu unterstützen.

Am Roten Abend werden Johanna Schellhagen vom Internetportal labournet.tv und Freundinnen von den aktuellen Situation in Italien berichten. Sie werden Ausschnitte von ihrem Dreh im September in Italien zeigen. Willi Hajek gibt danach ein kurzes Input zu der Organisation europäischer Basisgewerkschaften und ihrer Kämpfe. Danach wollen wir gemeinsam darüber diskutieren, wie es möglich ist, auch hier in Berlin eine Bewegung aufzubauen, die, ähnlich wie in Italien, die Nähe zu streikenden Arbeiter_innen sucht und ganz konkret in den nächsten Wochen praktische Solidarität mit den Kämpfenden in bei IKEA in Piacenza übt.

Roter Abend: Mittwoch, 05. November 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Erst das Essen – dann die Miete!
Veranstaltung über Wohnungspolitik und Mieter_innenkämpfe
in der Weimarer Republik und heute

Bezahlbare Wohnungen für Menschen mit wenig Einkommen, diese zentrale Forderung von Mieter_innenorganisationen sind in Berlin nicht erst in den letzten Jahren aktuell. Die Parole "Erst das Essen – dann die Miete" war besonders während der Weltwirtschaftskrise aktuell und weit verbreitet.

Damals bildeten sich Mieter_innenräte und in proletarischen Stadtteilen wurden die Mietzahlungen kollektiv verweigert.

Der Historiker Simon Lengemann hat in seiner Magisterarbeit die Rolle von Mieter_innen, Hausbesitzer_innen und staatlichen Behörden während der Weltwirtschaftskrise von 1929 – 1933 in den Berliner Arbeiter_innenbezirken untersucht und wird seine Ergebnisse am Roten Abend am 1.Oktober vorstellen. Dabei untersucht er auch die Rolle des sozialen Wohnungsbaus in der Weimarer Republik, der bis heute als einer der Erfolge sozialdemokratischer Wohnungs- und Sozialpolitik gilt. Am Beispiel von Wien und Berlin stellt Lengemann die Erfolge und engen Grenzen dieser Wohnungspolitik vor. Wenn Lengemann zu dem Schluss kommt, dass die Sozialpolitik einkommensschwache Mieter_innen vor die Alternative Hunger oder Zwangsräumung stellte, so klingt das sehr aktuell.

Deshalb laden wir auch Aktivist_innen der Berliner Mieter_innengemeinschaft ein, einen Input über ihre aktuelle Arbeit zu geben und gemeinsam über Kontinuitäten und Unterschiede zu Wohnungspolitik in der Endphase der Weimarer Republik zu diskutieren.

Mit Simon Lengemann und Aktivist_innen der Berliner Mietergemeinschaft

Roter Abend: Mittwoch, 01. Oktober 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Asamblea: migration, precarisation
living/working conditions and organisation

Die Bundesregierung will das Aufenthaltsrecht und die Bedingungen für erwerbslose und prekär beschäftigte EU-Bürger_innen weiter verschärfen. Diese sollen künftig nur noch drei Monate Zeit bekommen, um in Deutschland eine Arbeit zu finden. Zudem sollen Wiedereinreisesperren gegen Migrant_innen ausgeweitet werden, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Betroffen sind davon Menschen aus Süd- und Osteuropa, die vor Prekarisierung aus ihren Ländern fliehen, um in Deutschland eine neue Perspektive zu suchen.

Untrennbar damit verbunden sind die Probleme auf dem Arbeitsmarkt wie schlechte Bezahlung und unbezahlte Überstunden, gegen die sich Migrant_innen oft schwer zur Wehr setzen können.

Die sozialchauvinistisch begründete Verschärfung der Hartz IV-Gesetze hat hier das Ziel, den Preis der Ware Arbeitskraft weiter zu senken.

Dagegen richtet sich Widerstand. Wir laden am Roten Abend deswegen Aktivist_innen des Berliner Kollektivs migration state of mind aus Südeuropa ein, die sich gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse und wachsende Armut in Deutschland und Europa organisieren.

Kolleg_innen der Erwerbsloseninitiative Basta werden berichten, wie sich Erwerbslose aus verschiedenen europäischen Ländern organisieren und Widerstand leisten gegen ihre Entrechtung und Verarmung.

With aktivists of basta and MIGRATION STATE OF MIND (with translation)

 

The german government wants to tighten the right of residence and the conditions for unemployed and precarious employed EU-citizens. In future those would only have 3 months to find work in germany. Additionally the government wants to extend the re-entry restrictions against migrants who are dependent on state benefits. Affected from that are people from southern and eastern europe who flee from precarity in their countries to find a new perspective in germany.

Unseparable associated with that are problems on the work market like badly paid jobs and unpaid overtime. Against that migrants have difficulties to defend themselves.

The social-darwinistic reasoned tightening of the Hartz IV-laws has the aim to reduce the price of the labour power once more.

Against that we adjust our resistence. On our red evening we invite activists of the Berlin collective migration state of mind from souther europe, who organize themselves against precarious occupation and increasing poverty in germany and europe.

Colleagues of the unemployment initiative basta will report how unemployed people from different countries organize themselves and resist against the deprivation of rights and pauperization.

All the migrants groups and collectives that fight against precarization in Berlin are invited to participate in this meeting about migration, working poor and social strike.

With aktivists of basta and MIGRATION STATE OF MIND (with translation)

Roter Abend: Mittwoch, 03. September 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Störmanöver an der Heimatfront:

Informationen zum Gefechtsübungszentrum bei Magdeburg und den Widerstand dagegen

Wie in den letzten beiden Jahren organisieren auch 2014 antimilitaristische Gruppen das bundesweite War Starts here Camp.

Es wird vom 17. bis 25. August in unmittelbarer Nähe des Gefechtsübungszentrums GÜZ in der Nähe von Magdeburg stattfinden.

Aktivist_innen des Vorbereitungskreises werden am Roten Abend die bisherigen Planungen zum diesjährigen Camp vorstellen und berichteten, welche Rolle das GÜZ bei der deutschen Kriegspolitik und der Aufstandsbekämpfungstrategie spielt. Dort werden nicht nur Dörfer aus Kriegsregionen wie Afghanistan oder Kosovo, in denen die Bundeswehr involviert ist, nachgebaut. Auch Auseinandersetzungen mit Demonstrant_innen beispielsweise gegen Gipfel von IWF und Weltbank werden nachgespielt.

Ein Referent der Internationalen Kommunst_innen wird sich mit der Frage beschäftigen, ob Aktionen wie das Camp in der Tradition eines Antimilitarismus stehen, die sich in der Parole von Karl Liebknecht "der Hauptfeind im eigenen Land" ausdrückt. Schließlich wird auch hier der Zusammenhang zwischen Krieg und Aufstands­bekämpfung hergestellt und die Politik der herrschenden Klasse in den Mittelpunkt des Widerstands gestellt.

Außerdem wollen wir über die Aktualität des kommunistischen Prinzips des revolutionären Defätismus diskutieren, sich im Kriegsfall auf keine bürgerliche Seite zu stellen, vor allem die eigene Bourgeoisie zu bekämpfen und für die internationale Verbrüderung unserer Klasse gegen die bürgerlichen Aggressoren einzutreten.

Roter Abend: Mittwoch, 06. August 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Mindestlohn auch für Gefangene!
Solidarität mit der Gefangenen-Gewerkschaft in Tegel und anderswo!

"Mindestlohn für Alle" lautet das Motto auf Plakaten der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die in Berlin zu finden sind.

Von dieser überfälligen Forderung fühlten sich auch Gefangene der JVA-Tegel angesprochen und gründeten Ende Mai eine Gefangenen-Gewerkschaft, deren Aufruf in kurzer Zeit von einem Viertel der Insassen unterstützt wurde. Ein Mindestlohn und eine Rentenversorgung für Gefangene sind die beiden zentralen Forderungen.

Am Roten Abend, den wir in Zusammenarbeit mit dem Solikomitee Olli R. veranstalten, werden wir über das Konzept der Gefangenen-Gewerkschaft informieren. Zudem wird es einen kurzen Überblick über die Ausbeutungsverhältnisse durch Lohnarbeit im Knast geben. Über den Kampf um Gefangenenrechte, wozu auch der Widerstand gegen den Zwang zur Arbeit in den Gefängnissen gehört, wird ein Mitarbeiter des Komitees für Grundrechte einen Input geben.

Zudem haben wir Kolleg_innen aus verschiedenen Gewerkschaften eingeladen, die begründen werden, warum gewerkschaftliche Organisierung auch im Knast notwendig ist.

Gemeinsam wollen wir darüber diskutieren, wie wir die Gefangenen-Gewerkschaft von draußen unterstützen können. Die Gründung eines Solidaritätskomitees ist im Gespräch.

Roter Abend: Mittwoch, 02. Juli 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Community-Organizing –
ür den Mieter_innenkampf

Schon länger wird über gewerkschaftliche Organizingkonzepte kontrovers diskutiert. Jetzt hat der Berliner Politologe Robert Maruschke mit seinem in der Edition Assemblage herausgegebenen Buch "Community Organizing zwischen Revolution und Herrschaftssicherung" Geschichte und aktuelle Praxis der Stadtteil-Organisierung in Deutschland in die Diskussion gebracht.

Am Roten Abend gibt Maruschke einen Überblick über die historischen Wurzeln der Organizing-Konzepte

Für die aktuelle Praxis unterscheidet er Organisierungskonzepte, die die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht infrage stellen vom transformatorischen Organizing, das einen antikapitalistischen Anspruch hat.

Mit Mieter_innen der Initiative Fulda/Weichsel, den Regisseur_innen des Film Mietrebellen, der Protagonist_innen der Berliner Mieter_innenkämpfe porträrtiert und Autor_innen des Buches Zwangsräumungen verhindern wollen wir darüber diskutieren, ob Community Organzing ein Modell für die aktuellen Mieter_innenkämpfe sein kann.

Diskussionsveranstaltung mit Robert Maruschke, Autor des Buches Community-Organizing, Regisseur_innen des Films Mietrebellen, Mieter_innen der Initiative Fulda Weichsel und Autor_innen des Buches Zwangsräumungen verhindern

Roter Abend: Mittwoch, 04. Juni 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Linke Perspektiven in der Ukraine:
Gegen jeden Nationalismus!

Der politische Umschwung in der Ukraine und der militärische Eingriff Russlands auf der Krim dabei haben in der hiesigen Linken zu heftigem Streit geführt.

Ein Teil spricht von einem faschistischen Putsch in der Ukraine und feiert Putin als Retter der russischen Bevölkerung vor den ukrainischen Nationalist_innen. Andere versuchen einen neuen kalten Krieg zu reinszenieren.

Wir laden zum Roten Abend die in Berlin lebende aus der Ukraine stammende Künstlerin Yevgenia Belorusets ein, die sich als unabhängige Linke versteht und die Maidan-Proteste mit der Kamera festgehalten hat. Wir wollen mit ihr über die Gründe und Ziele die Proteste und die Rolle und Bedeutung der nationalistischen und antisemiti­schen Kräfte dabei diskutieren. Außerdem interessiert uns auch, welche Ansätze von linken, emanzipatorischen Kräften es in der Ukraine gibt.

Jörn Schulz vom Auslandsressort der Jungle World wird sich kritisch mit einer Linken befassen, die sich im Ukraine-Konflikt Rettung von Väterchen Putin erhofft. Die Internationalen Kommunist_innen werden das Konzept des revolutionären Defätismus zur Diskussion stellen, mit dem wir es auch heute ablehnen, uns in Konflikten zwischen zwei bürgerlichen Blöcken auf eine Seite zu stellen, was im Ukraine-Konflikt weder Russland noch EU heißt.

Diskussion mit der Künstlerin Yevgenia Belorusets, dem Journalisten Jörn Schulz und einem Referent der internationalen Kommunist_innen

Roter Abend: Mittwoch, 07. Mai 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Streiks und Widerstand in Brasilien

In wenigen Wochen beginnt in Brasilien die Fußballweltmeisterschaft und Millionen Menschen wird dann das Bild vorgeführt, in dem Armut, Verelendung, Polizeigewalt aber auch Protest und Widerstand nicht vorkommen.

Wir wollen am Roten Abend hingegen ein anderes Bild zeigen. Am 1. April jährt sich zum 50ten Mal der Militärputsch, mit dem in Brasilien bürgerliche Rechte suspendiert wurden.

Gewerkschafter_innen, Student_innen und Landarbeiter_innen wurden besonders verfolgt. Wir zeigen am Roten Abend den Kurzfilm Tear, der die Geschichte der brasilianischen Arbeiter_innenbewegung während der Militärdiktatur zum Thema hat.

Im Anschluss wollen wir mit der Regisseurin Tai Linhares über den Film diskutieren. Dabei interessiert uns auch die Entwicklung der Partei der Arbeit (PT), die aus der Arbeiter_innenbewegung im Kampf gegen die Militärdiktatur entstanden ist und zur Regierungspartei wurde.

Im Anschluss wollen wir mit Tai Linhares über die Massenproteste in Brasilien diskutieren, die sich auch gegen die Politik der PT richten.

Film "Tear" und Diskussion mit der Regisseurin Tai Linhares.

Roter Abend: Mittwoch, 02. April 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


DNA-Sammelwut – kannst Du knicken!

In den letzten Monaten wurde linken Aktivist_innen aus verschiedenen politischen Zusammenhängen zwangsweise ihre DNA entnommen, bzw. sie wurden mit einer DNA-Zwangs-Entnahme bedroht.

Damit geriet eine Untersuchungs- und Ausforschungsmethode in den Fokus linker Antirepressionsarbeit, die eine lange Geschichte hat. Aber auch die Kritik und der Widerstand gegen die DNA-Untersuchungen ist alt. Es waren feministische Zusammenhänge, die sich bereits in den 80er Jahren mit den Möglichkeiten biologischer Überwachung auseinandersetzten und 1998 gegen die Einrichtung der DNA-Datenbank beim BKA protestierten.

In dieser Tradition steht auch das Gen-ethische Netzwerk (GEN), das 2011 die Kampagne "DNA Sammelwut stoppen" initiiert hat (siehe fingerwegvonmeinerDNA.de).
Am Roten Abend wird Susanne Schultz vom GeN die Hintergründe der DNA-Untersuchung erläutern und auch auf den Widerstand dagegen eingehen. Schultz wird dabei auch die internationalen Aspekte der DNA-Datenbanken berücksichtigen, wie das Abkommen zum transatlantischen DNA-Datenaustausch mit den USA und den DNA-Datenaustausch innerhalb der EU.

Zudem werden aktuell von der DNA-Zwangsentnahme Betroffene aus unterschiedlichen Verfahren über ihren Widerstand berichten. Wir möchten die langjährige Arbeit zu den DNA-Tests für die aktuelle Antirepressionsarbeit nutzbar machen. Zudem soll am Beispiel der DNA-Tests für eine Antirepressionsarbeit geworben werden, die nicht erst dann einsetzt, wenn der eigene Zusammenhang betroffen ist. Denn ein zentrales Ziel der DNA-Entnahme ist die Erfassung und Kriminalisierung von Protest und Widerstand.

Roter Abend: Mittwoch, 05. März 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Klassenkämpferische Interventionen
in soziale Kämpfe und Demonstrationen

Kürzlich ging mit dem Einzelhandelsstreik, einer der längsten Arbeitskämpfe der letzten Jahre in Deutschland zu Ende. Die Kolleg_innen konnten einen massiven Angriff der Einzelhandelskonzerne auf die Löhne und die Arbeitszeit abwehren.

In Berlin solidarisierten sich auch linke Initiativen mit den Beschäftigen, indem sie sich gemeinsam mit ver.di an den Blitz-Aktion vor und in Handelskonzernen beteiligten. Am 20. Dezember führte das Berliner Blockupy-Bündnis vor einer H&M-Filiale eine eigene Soliaktion durch. Wir wollen mit beteiligten Aktivist_innen diese Solidaritätsaktionen diskutieren und gemeinsam auswerten.

Im Anschluss werden Genoss_innen des klassenkämpferischen Blocks ihre Arbeit vorstellen. Sie haben sich die Stärkung antikapitalistischer Positionen inner- und außerhalb der Betriebe zum Ziel gesetzt, auch bei den verschiedenen Demonstrationen am 1. Mai. Wir wollen darüber diskutieren, wie es uns gelingen kann, an die positiven Ansätze des letzten Jahres anzuknüpfen, wo der Kampf von Kolleg_innen aus verschiedenen Ländern eine wichtige auch nach außen wahrnehmbare Rolle auf der Revolutionären Demo am 1. Mai spielte.

Dabei blicken wir auch über den Berliner Tellerrand und gehen auf die aktuellen Organisierungsversuche klassenkämpferischer Linker in Hamburg ein.

Roter Abend: Mittwoch, 05. Februar 2014 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Hinweis: Am 01.01.2014 wird es keinen Roten Abend geben, stattdessen:

Apologie von links –
zur Kritik gängiger Krisentheorien

Veranstaltung mit Guenther Sandleben

Am 08. Januar 2014 ab 20.00 Uhr
Im K-Fetisch, Wildenbruchstraße 86, Berlin-Neukölln


Das Rote Berlin – Eine Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung von 1830-1934

Wer kennt heute noch die Blumenstraßenkrawalle? Dabei waren sie einer der größten Proteste gegen eine Zwangsräumung in Berlin. Sie fanden allerdings im Juli 1872 statt und sind daher heute weitgehend vergessen.

Der Historiker Axel Weipert hat diesen Berliner Mieter_innenprotest vor 141 Jahren in seinem im Berliner Wissenschafts-Verlag erschienenen Buch "Das Rote Berlin" wieder bekannt gemacht.

Weiperts Buch zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht nur die Parteien- und Organisationsgeschichte darstellt, sondern auch die Berliner Protestbewegungen zwischen 1830 und 1934 "von unten" in den Blick nimmt. Dazu zählen Aktionen von Handwerkern, Jugendlichen, Erwerbslosen und Frauen genauso wie die der klassischen Industriearbeiter.

Am Roten Abend wird Weipert einen kurzen Überblick über die facettenreiche Berliner Widerstands­bewegung geben. Anschließend wollen wir mit ihm die Frage diskutieren, welche Bedeutung eine solche Geschichtsschreibung der sozialen Bewegungen für die heutigen Aktivist_innen haben kann.

Roter Abend: Mittwoch, 04. Dezember 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Arbeitskämpfe und staatliche Repression
bei Ford: heute und vor 40 Jahren

Vor einem Jahr, am 7. November 2012, hatten 200 Beschäftigte und Gewerkschafter_innen aus dem Ford-Werk im belgischen Genk vor der Kölner Europazentrale dieses Unternehmens gegen die geplante Schließung ihres Werks, die den Verlust von knapp 10.000 Arbeitsplätzen bedeutet, demonstriert. Danach leitete die Kölner Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gegen belgische Ford-Arbeiter_innen und einen solidarischen Kollegen aus Köln ein.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen beendet und gegen 13 Personen Strafbefehle beantragt. Nach dem Willen der Staatsanwaltschaft sollen 12 Beschuldigte Geldstrafen in Höhe von 15 bis 60 Tagessätzen à 30 Euro zahlen. Gegen den Hauptbeschuldigten soll die "Rechtsfolge der Tat" auf zehn Monate Haft auf Bewährung festgesetzt werden.

Wir nehmen daher den November-Roten Abend zum Anlaß, um über diesen aktuellen Fall von Repression in der Arbeitswelt zu berichten sowie auf den Streik, der vor 40 Jahren, im August/September 1973, bei Ford in Köln stattfand, kritisch zurückzublicken. Wir wollen Filmausschnitte über die Gründe für diesen erbittert geführten Arbeitskampf zeigen, der mit einer Niederlage endete. Die Polizei stürmte die besetzte Fabrik und die Justiz ging schon damals – seinerzeit mit Anklagen und Ausweisungen gegen die oft aus der Türkei stammenden Kolleg_innen – vor. Der Basisgewerkschafter Will Hajek wird den Fordstreik in den Kontext der anderen in jenen Jahren unabhängig von der Gewerkschaftsbürokratie geführten Arbeitskämpfe stellen. Dabei wird er sich auch mit der Frage beschäftigten, warum es bei dem Fordstreik – anders als bei anderen wilden Streiks jener Zeit, bspw. bei Pierburg Neuss und Opel – nicht gelang, die Spaltung zwischen deutschen und migrantischen Arbeiter_innen zu verhindern.

Roter Abend: Mittwoch, 06. November 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Solidarität mit den Kolleg_innen im Einzelhandel –
aber was heißt das konkret?

Im Einzelhandel kämpfen Tausende Beschäftigte gegen die weitere Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Gerade diese Branche ist durch die Verlängerung der Öffnungszeiten, Dumpinglöhne und Praktika ganz ohne Lohn zu einem Beispiel für den wachsenden Niedriglohnsektor geworden. Besonders stark sind dabei Frauen betroffen. Doch es gibt auch Gegenwehr. Seit Wochen beteiligen sich unterschiedliche Aktivist_innen an verschiedenen Unterstützungsaktionen mit den Kolleg_innen im Einzelhandel.

Eingeladen haben wir Genoss_innen vom Klassenkampfblock, der Blockupy-Plattform Berlin und einer studentischen Initiative, die sich in den letzten Wochen an solchen Aktionen beteiligt haben. Was ist ihre Motivation? Profitieren wir nicht alle davon, wenn wir jetzt noch kurz vor Mitternacht die Einkäufe erledigen können? Wie sind die Erfahrungen mit den Kolleg_innen und der Dienstleistungsgewerkschaft verdi? Gibt es Ansätze der Kooperation der unterschiedlichen Gruppen?

So lauten einige der Fragen an die Aktivist_innen. Zuvor wollen wir einen kleinen Rückblick auf ähnliche Solidaritätsaktionen beim letzten Einzelhandelsstreik im Jahr 2008 geben, als kritische Konsument_innen in Solidarität mit den Kolleg_Innen eine Reichelt-Filiale dichtmachten.

Roter Abend: Mittwoch, 02. Oktober 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Kritik der Markttheorie,
Kritik des "grünen" Kapitalismus

Der Begriff Kapitalismus ruft in der Bevölkerung häufig negative Assoziationen hervor. Dagegen sind die Begriffe Markt und Wettbewerb weiterhin positiv besetzt.

Die neoklassisch-neoliberale Markttheorie, die Gleichgewicht und Stabilität, Verteilungsgerechtigkeit und wirtschaftliche Effizienz verspricht, ist die Kernideologie des Kapitalismus. Franz Garnreiter zeigt an einigen grundlegenden Punkten, dass diese Theorie es von Grund auf völlig verfehlt, eine reale Marktwirtschaft zu erklären. Statt zu den versprochenen Eigenschaften führen reale Marktwirtschaften zu Ungleichgewichten und zum Raubbau an Mensch und Natur - sprich zu Sozialabbau und steigenden Arbeitsbelastungen, zur Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen und zu einer autoritären politischen Durchsetzung kapitalistischer Interessen.

Die Markttheorie, die von Gesellschaft nichts weiß, verabsolutiert die wirtschaftliche Handlungsfreiheit und die Konkurrenz jedes gegen jeden, was sie daher zu einer anti-emanzipatorischen und aggressionsfördernden Ideologie macht.

Im zweiten Teil wird gezeigt, dass der Ansatz des "grünen" Kapitalismus in die falsche Richtung geht. Die Idee eines "Green New Deal" besteht in der Illusion, die Verwertungs- und Wachstumsinteressen des Kapitals durch die Etablierung einer neuen Umweltindustrie in Einklang zu bringen mit den Interessen der lohnabhängigen Bevölkerung nach einer Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

Roter Abend: Mittwoch, 04. September 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Wer ist gesund und wer ist krank?

Wer ist gesund und wer ist krank? Diese Frage stellt sich neu angesichts einer einflussreichen Pharmaindustrie, die für ihre Produkte die entsprechenden Absatzchancen sucht

Da kann auch mal ein Zustand zur Krankheit erklärt werden, der bisher niemanden wirklich gestört hat

So werden aus hyperaktiven Kindern plötzlich mit Ritalin zu behandelnde ADHS-Patient_innen.

Uta Wagenmann vom Gen-ethischen Netzwerk zeigt in ihrem Beitrag auf, wie im Zuge von Indikationserweiterungen oder Zulassungsverfahren für bestimmte Medikamente Krankheitsbilder geschaffen werden. Dabei wird sie besonders auf die Pathologisierung depressiver Zustände eingehen. Doch es greift zu kurz, nur die Interessen der Pharmaindustrie in den Blick zu nehmen. Uta Wagenmann wird in ihrem Beitrag deshalb auch auf die Rolle der Selbsthilfeorganisationen von Betroffenen bei der Konstruktion von Krankheitsbildern eingehen.

Die Politwissenschaftlerin Petra Schaper Rinkel untersucht dann kritisch die erweiterte legale Nutzung von Neuropharmaka als neue Selbsttechnologie und beschäftigt sich mit der Rolle der Politik, wenn normales Leben zur Krankheit und Optimierung zur Norm wird.

Im Anschluss erhoffen wir uns eine Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen von Aktivismus und Selbsthilfe im kapitalistischen Medizinsystem.

Roter Abend: Mittwoch, 07. August 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Das vergessene Konzentrationslager
und die deutsche Gedenkpolitik

Das ehemalige Zuchthaus und NS-Konzentrationslager Sonnenburg, das heute an der deutsch-polnischen Grenze bei Kostrzyn liegt, ist heute weitgehend vergessen. Dabei wurden in das KZ in der frühen Phase des NS-Regime zahlreiche Nazigegner_innen, vor allem Kommunist_innen verschleppt. Nach Beginn des zweiten Weltkrieges waren Widerstandskämpfer_innen und Partisan_innen fast aller von Deutschland besetzten Länder in Sonnenburg eingesperrt.

Am 30. Januar 1945 wurden von der SS im KZ-Sonnenburg 750 Antifaschist_innen ermordet. Es gehört zu den sogenannten Endzeitmassakern, mit denen bekannte NS Gegner_innen liquidiert wurden.

Die Berliner VVN-BdA will mit polnischen Bündnispartner_innen das ehemalige KZ-Sonnenburg einen internationalen Gedenk- und Erinnerungsort errichten. Am Roten Abend werden Hanns Coppi von der Berliner VVN-BdA und Kamil Majchrzak von der polnischen Edition der Le Monde Diplomatique die Geschichte des KZ und ihr geplantes Projekt eines internationalen Gedenk- und Erinnerungsortes vorstellen, das sie in Kooperation mit polnischen Partner_innen entwickelt hat.

Die Veranstaltung dient auch der Kritik einer deutschen Erinnerungspolitik, die in erster Linie der Legitimierung der aktuellen Politik Deutschlands dient. Das vergessene KZ-Sonnenberg zeigt ebenso wie die verweigerten Entschädigungen für griechische und italienische NS-Opfer und die Straflosigkeit von in Italien verurteilten NS-Täter_innen, wo die Grenzen dieser staatlichen Gedenkpolitik liegen, die Gegenstand unserer Kritik ist.

Roter Abend: Mittwoch, 03. Juli 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Revolutionäre Geschichte aneignen und verteidigen!

Am 19. April 1973 besetzten zirka 50 Menschen in Hamburg die Ekhofstraße 39. Die Aktion war für die radikale Linke Hamburgs ein Anziehungspunkt. Es war ein Kontrapunkt zu den vielen Achtundsechzigern, die jetzt mit dem kapitalistischen System paktierten. Die Besetzer_innen betrieben deswegen Stadtteilarbeit für die Bevölkerung, boten z. B. Beratung in Mietfragen und kostenlose medizinische Hilfe für die Menschen im Stadtteil an und wehrten sich offensiv gegen Polizeikontrollen. Dadurch sprachen sie vor allem viele Jugendliche an, die selbst unzufrieden mit dem herrschenden System waren und Orientierung suchten. Rocker fanden in dem Haus ebenso eine Bleibe wie Jugendliche aus den Heimen.

Das Haus wurde am 23. Mai von einem Mobilen Einsatzkommando (MEK) der Hansestadt geräumt. Im Anschluss gab es eine Kriminalisierungswelle. 3 Genoss_innen wurden zu 12, 14 und 16 Monate Haftstrafen verurteilt. Einige der Bewohner_innen schlossen sich später bewaffneten Gruppen wie der Bewegung 2. Juni und der RAF an.

Auf der Veranstaltung am Roten Abend wird ein ehemaliger Besetzer der Ekhofstraße berichten. Außerdem werden Filme über die Ekhofstraße gezeigt. Im Anschluss wollen wir auch den damaligen politischen Kontext dieser Besetzung diskutieren und nach den Erfolgen aber Begrenztheiten und Fehlern der damaligen Aktion fragen. Zudem wird es aus aktuellen Anlass Infos zu aktuellen Repressionsversuche gegen linke Strukturen geben.

Für die Entwicklung einer revolutionären Perspektive in Theorie und Praxis!

Veranstaltung zur Geschichte der Hausbesetzung der Hamburger Ekhofstraße. Mit Filmen, Radiomitschnitten und Bericht eines an der Besetzung Beteiligten.

Roter Abend: Mittwoch, 05. Juni 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


1. Mai statt Roter Abend

Da der 1. Mittwoch im Mai der 1. Mai ist, veranstalten wir stattdessen einen Kiezspaziergang und eine Videokundgebung gemeinsam mit sozialen Initiativen in Friedrichshain.

www.mietenstoppfriedrichshain.blogsport.de


Pierburg – Ihr Kampf ist unser Kampf

Vom 13. bis 17. August 1973 legten bis zu 2.000 Arbeiter_innen der Automobilzulieferfirma Pierburg in Neuss ohne gewerkschaftliche Unterstützung die Arbeit nieder. Für die migrantischen Beschäftigten, die den Streik initiiert hatten, war es der einzige Weg, gegen ihre doppelte Lohndiskriminierung als Frauen und Migrant_innen zu protestieren.

Obwohl der Unternehmer Alfred Pierburg lange jeden Kompromiss verweigerte, die Polizei repressiv gegen die streikenden Frauen vorging und in den Boulevardmedien eine mit rassistischen Tönen untersetzte Kampagne lief, wurde der Streik zu einem der erfolgreichsten Arbeitskämpfe der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte.

Bücher und Filme thematisierten in den Folgejahren diesen Streik. Der Betriebsrat Dieter Braeg hat kürzlich mit einem im Verlag "Die Buchmacherei" veröffentlichten Band diesen Streik der Vergessenheit entrissen.

Wir wollen am Roten Abend den damals sehr populären Film "Pierburg – ihr Kampf ist unser Kampf" zeigen. Im Anschluss wollen wir gemeinsam darüber diskutieren, was an diesen Kampf migrantischer Frauen in einer Zeit noch sehr aktuell ist, in der Menschen aus europäischen Ländern in Deutschland arbeiten und um ihre minimalsten Rechte und den ihnen vorenthaltenen Lohn kämpfen müssen.

Film und Input über die Frage der Aktualität eines Streiks migrantischer Frauen vor 40 Jahren

Roter Abend: Mittwoch, 03. April 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


JENSEITS DES FAHRPLANS
Parteikommunistisches Avantgarde-Bewusstsein und der Feminismus als wirkliche Avantgarde

Karl Marx definierte "Kommunismus" als "wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt" (Deutsche Ideologie). Der Referent des Roten Abend im März wird eine Hypothese diskutieren, nach der die wirkliche Avantgarde seit '68 nicht diejenigen Kommunist_innen waren, die sich am lautesten als Avantgarde proklamierten, sondern dass dies vielmehr der Feminismus war, der die Gesellschaft in zentralen Bereichen tatsächlich verändert hat. Ein Großteil der Kommunist_innen, nicht nur aus dem Bereich des ML, haben diese Bewegung ignoriert, teilweise auch als kleinbürgerlich abgetan.

Als Kommunist_innen, die von den Feministinnen gelernt haben, dass das Patriarchat neben Kapitalismus ein antagonistischer Unterdrückungsverhältnis und kein Nebenwiderspruch ist, wollen wir gemeinsam die Frage diskutieren, wo es Möglichkeiten der Kooperation zwischen Kommunist_innen und Feministinnen bei dem Vorhaben gibt, alle Ausbeutungs- und Unterdrückungsformen zu bekämpfen.

Veranstaltung mit Michael Klarmann
(men SPEAK abOUT men) http://profem.tk

Roter Abend: Mittwoch, 06. März 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Politische Streiks im Europa der Krise

Am 14. November 2012 streikten Gewerkschafter_innen in mehreren europäischen Ländern erstmals koordiniert gegen die europäische Krisenpolitik. Die Welle der Generalstreiks seit 2010 hat die größte Beteiligung seit 1945.

Dennoch sind die Streiks defensiv ausgerichtet und bisher wenig erfolgreich. Wie kann dieser Widerspruch erklärt werden?

Diese Frage wollen wir mit Herausgeber_innen und Autor_innen des vor einigen Wochen im VSA-Verlag erschienenen Buches "Politische Streiks im Europa der Krise" diskutieren. Sie werden Inputs zur Geschichte und aktuellen Renaissance der politischen Streiks in verschiedenen europäischen Ländern geben.

Natürlich soll die die Situation hierzulande, wo sich die DGB-Gewerkschaften nur zu einigen Solidaritätskundgebungen am 14.November entschließen konnten, eine wichtige Rolle am Roten Abend spielen. Mit in aktuellen sozialen Auseinandersetzungen engagierten Basis­gewerkschafter_innen in und außerhalb des DGB wollen wir auch die Frage diskutieren, welchen Stellenwert Streiks in Deutschland auch jenseits des 14. November haben.

Roter Abend: Mittwoch, 06. Februar 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Kommunistische Organisierung – alles andere ist Quark!

Wir wollen die all jährlich statt findende Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demonstration und den 94. Gründungstag der KPD am Jahresbeginn 1919 zum Anlass nehmen, uns darüber zu unterhalten, wie eine kommunistische Theorie und Praxis jenseits von autoritären nominalsozialistischen Modellen, reformistischer Mitverwaltung des Kapitalismus und autonomer Teilbereichspolitik heute aussehen kann.

Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demo: 13.01.2013 10 h Frankfurter Tor

Dazu werden Genoss_innen Bremer Basisgruppe Antifa sowie der Sozialistischen Initiative Berlin (SIB) und der Internationalen Kommunist_innen einige Thesen vorstellen.

Die Basisgruppe Antifa ist im kommunistischen …ums Ganze! Bündnis organisiert und kürzlich einen Strategieentwurf mit dem Titel "Die Kommunist*innen und der Klassenkampf" erarbeitet, den sie am Roten Abend vorstellen wird. SIB und IK sind Teil des NAO-Prozesses, der zur Neuformierung der radikalen Linken beitragen will und einen Diskussionsprozess zwischen Feminist*innen, Postautonomen und Komunist*innen begonnen hat.

Mit: Bremer Basisgruppe Antifa, sozialistische Initiative Berlin, internationale KommunistInnen

Roter Abend: Mittwoch, 02. Januar 2013 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Feministische Politik in revolutionären Zusammenhängen

In vielen linken Gruppen spielen feministische Positionen eine gewisse Rolle, sei es in der Sprache von Flugblättern oder in der Übernahme von feministischen Inhalten. Die Schwierigkeit der meist männerdominierten Gruppen besteht jedoch darin, eine Politik zu entwickeln, in der Feminismus nicht nur hinten angehängt wird, sondern zu einer Grundlage der politischen Arbeit wird.

Anhand der Diskussionen im NaO-Prozeß (Neue antikapitalistische Organisation), wollen wir diese Problematik ganz konkret mit unterschiedlichen Genoss_innen diskutieren. An dem Prozess und den Diskussionen beteiligt sich mittlerweile ein rundes Dutzend von Gruppen und Klein-Organisation teils mit Papieren, teils auch bei gemeinsamen Treffen.

Rike vom RSB Potsdam wird sich in ihrem Beitrag mit der Fragen befassen, wie die Organisationsstrukturen einer NaO aussehen müßten, damit Frauen in unmittelbar Diskussionen, aber auch generell mit ihren Anliegen „zu Wort kommen“. Dazu bezieht sie sich auf das Konzept der „Master suppression techniques“ der Sozialwissenschaftlerin Berit Ås. Der Begriff bezeichnet Methoden, mit denen Frauen insbesondere in Plenums- und Organisationssituationen, aber auch in harmlosen Gesprächen am Reden und Mitentscheiden gehindert werden. Dabei geht es auch darum, wie Menschen systematisch aus Informationsketten herausgehalten werden, damit Cliquen und Männerbünde sich (unbewusst) reproduzieren können. Die Referentin stellt fünf häufig vorkommende Techniken vor und möchte anschließend mit Euch ins Gespräch kommen, was wir diesen Herrschaftstechniken entgegensetzen und wie wir sie überwinden können.

Einen zweiten Beitrag wird die Gruppe [paeris] halten.

Bei der Veranstaltung geht es auch um die Frage, wie feministische Politik aus einer revolutionären Organisierung heraus entwickelt werden kann.

Roter Abend: Mittwoch, 05. Dezember 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Grenzen linker Gewerkschaftspolitik
am Beispiel von Opel Bochum

Seit Monaten wird in den Medien über drohende Entlassungen bei Opel-Bochum geschrieben. Manche von uns erinnern sich noch an die 7 Tage im Jahr 2004, als die kämpferischen Kolleg_innen von Opel Bochum die Produktion lahmlegten. Warum ist davon momentan nichts zu hören, fragen sich viele.

Wir haben zum Roten Abend Wolfgang Schaumberg eingeladen, damit er uns über die aktuelle Situation der Bochumer Opel-Belegschaft informiert. Er war über viele Jahre in der von ihm mitbegründeten linksgewerkschaftlichen Gruppe Gewerkschafter_innen ohne Grenzen (GoG) bei Opel Bochum aktiv. Uns interessiert dabei die Frage, wie eine linke Antwort auf das vom Opel-Management propagierte Ausspielen der unterschiedlichen Opel-Standorte aussehen könnte.

Dabei wollen wir auch über die grundsätzliche Frage diskutieren, welche Möglichkeiten und Aufgaben revolutionäre Linke im Blick auf Belegschaften angesichts der zunehmenden Globalisierung und der einfacheren Möglichkeiten der Standortverlagerung heute haben. Welchen Einfluss kann eine gesellschaftliche Debatte über eine Wirtschaft, die nicht mehr der kapitalistischen Verwertung unterworfen ist, auf Kämpfe in den Betrieben haben, ist ebenfalls eine wichtige Frage.

Diskussionsveranstaltung mit dem oppositionellen Gewerkschafter bei Opel Bochum Wolfgang Schaumberg

Aus aktuellem Anlass werden wir außerdem über den am 14. November geplanten europaweiten Aktionstag gegen Lohnkürzungen und Sozialabbau (Generalstreik in Spanien, Portugal und evtl. Griechenland sowie Aktionen in Berlin) berichten.

Wir danken an dieser Stelle ausdrücklich der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, die es uns ermöglicht hat, diese Veranstaltung in diesem Umfang durchzuführen.

Roter Abend: Mittwoch, 07. November 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Catastroika –
Film zur kapitalistischen Krise in Griechenland

In Griechenland wird der Film Catastroika auf vielen Versammlungen gezeigt und diskutiert. Schließlich ordnet er die kapitalistische Krisenpolitik, wie sie zur Zeit in Ländern der europäischen Peripherie wie Griechenland und Spanien durchgesetzt wird, in den Kontext der kapitalistischen Regulationsphase ein, die verkürzt als Neoliberalismus bezeichnet wird.

Wir zeigen den Film Catastroika am Roten Abend mit deutschen Untertiteln und wollen im Anschluss mit dem Publikum über seine Stärken und Schwächen bei der Darstellung der kapitalistischen Krisenpolitik und über die Sinnhaftigkeit des Neoliberalismusbegriffs diskutieren. Mit der Filmvorführung wollen wir an die Roten Abende anknüpfen, bei denen es um den Charakter der kapitalistische Krise ging und um einen Widerstand, der sich nicht in keynsianistischen Krisenlösungsstrategien erschöpft.

Vor dem Filmstart werden Aktivst_innen des Berliner Bündnisses "Stop Trans*-Pathologisierung 2012" (STP-2012) über die fortdauernde Stigmatisierung von Trans*-Menschen berichten und über den internationalen Aktionstag am 20.10. informieren, an dem in Berlin vor der Charite um 15.00 Uhr in der Luisenstraße 57 eine Protestkundgebung stattfinden wird, die wir unterstützen.

Infos zur internationalen STP-Kampagne: www.stp2012.info

Roter Abend: Mittwoch, 03. Oktober 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die Ausbildung –
kein Widerstand in der sterilen Fabrik?

Wie verändern sich im Postfordismus die Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse? Diese Frage wollen wir anhand des Spielfilms „Die Ausbildung“ von Dirk Lütter diskutieren. Im Mittelpunkt des 85 minütigen Films, den wir am Roten Abend zeigen, steht Jan aus dem Ausbildungszentrum eines Callcenters.

“Sein Chef gewährt kleine Momente der Anerkennung, nur um sie im nächsten Moment brüsk zu verweigern. Er
versucht ihn [Jan] über die Kollegen auszuhorchen, um die, die Schwäche zeigen, bei nächster Gelegenheit unerbittlich auszumustern“, beschreibt die Jungle World in einer Filmrezension die Machtverhältnisse.

Im Anschluss an dem Film wollen wir mit dem Regisseur Dirk Lütter diskutieren, ob die im Film dargestellten Büroszenen das Fließband ersetzt haben, wie er in einem Interview sagte.

Widerstand scheint in der dargestellten sterilen Fabrik scheinbar nicht mehr möglich und jeder muss Täter sein, um nicht Opfer zu werden, wie ein Rezensent schrieb. Auch darüber wollen wir mit dem Regisseur und dem Publikum diskutieren.

Filmvorführung und Diskussion mit dem Regisseur Dirk Lütter

Roter Abend: Mittwoch, 05. September 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Krisenproteste – ein kritisches Resümee?

M31 und Blockupy waren zwei Aktionen, mit denen im Frühjahr die aktuelle Wirtschaftskrise für selbstorganisierte linke Proteste genutzt werden sollte. Mehrere Wochen danach wollen wir mit Vertreter_innen der Interventionistischen Linken (IL) und der im Berliner M31-Bündnis aktiven Gruppe andere zustände ermöglichen (aze) über die Protesttage und ihre Perspektiven diskutieren. Dabei geht es auch um die Frage, warum es schwierig ist, einen Alltagsprotest jenseits von lange vorbereiteten Aktionen hinzubekommen.

Einen theoretischen Zugang zu der Frage wird Max Henninger, Mitherausgeber der Publikation Sozial.Geschichte Online und des kürzlich im Verlag Assoziation A erschienenen Buches Krisen.Proteste, liefern. Er wird auf das globale Ausmaß der Krisenfolgen eingehen und wird sich auch der Frage widmen, warum sich die Krisenproteste noch immer überwiegend nationalstaatlich organisieren. Zudem betont Henninger, dass sich die Ungleichzeitigkeit der Krisenfolgen mit gut gemeinten Appellen nicht einfach überbrücken lässt. Was das für eine linke Bewegung bedeutet, wollen wir mit den Referent_innen und den Teilnehmer_innen diskutieren.

Mit Max Henninger, Vertreter_innen der Interventinistischen Linken für das Blockupy Bündnis und der Gruppe andere zustände ermöglichen für das Berliner M31 Bündnis

Roter Abend: Mittwoch, 01. August 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die Lehrlingsbewegung Anfang der 70er und der
prekäre Alltag von Azubis und Praktikant_innen heute

Langsam hat sich herumgesprochen, dass der gesellschaftliche Aufbruch von 1968 nicht nur von den Universitäten ausging. Junge Lohnabhängige und Lehrlinge revoltierten gegen rigide Ausbildungsstrukturen, die sie zu "Bierholern" degradierten und selbst die Prügelstrafe nicht ausschlossen.

Der Hamburger Zeithistoriker David Templin hat sich mit der Geschichte der Lehrlingsbewegung in Hamburg, das damals eines der Zentren des Protests war, beschäftigt und zu dem Thema das Buch „Lehrzeit - keine Leerzeit“ im Dölling und Galitz Verlag veröffentlicht.

Am Roten Abend wird er über die Hintergründe, den Verlauf und die Gründe des schnellen Abebbens der Lehrlingsbewegung berichten. Die Rolle des DGB wird dabei ebenso kritisch beleuchtet wie die der linken Organisationen.

Auch einige musikalische Einlagen, die ihre Wurzeln in der Lehrlingsbewegung haben, aber erst später bekannt wurden, werden geboten.

Was ist 2012 angesichts eines wachsenden Niedriglohnsektors, ewiger Praktika und zunehmender Armut trotz Lohnarbeit von den Forderungen der Lehrlingsbewegung geblieben? Diese Frage wollen wir mit jungen Beschäftigten und Erwerbslosen mit und ohne gewerkschaftlichen Hintergrund sowie dem Publikum diskutieren. Sind die Bedingungen für eine Bewegung junger Lohnabhängiger heute überhaupt noch gegeben? Oder ist eine solche Einteilung nach Altersstufen eher kontraproduktiv? Darüber erhoffen wir uns mit den Referent_innen und dem Publikum eine lebhafte Debatte.

Mit Buchauor David Templin und jungen Erwerbslosen und Beschäftigten

Roter Abend: Mittwoch, 04. Juli 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die Fußball-EM: nationalistische Identitätspolitik
zur Durchsetzung von Lohnabbau und Sozialdumping?

Mit der Fußball-EM und der Olympiade werden in diesem Sommer gleich zwei sportliche Events zelebriert, die Millionen Menschen zu nationalfahnenwedelnden Fans werden läßt. Linke Kritik daran gilt anders als vor 20 Jahren als hoffnungslos altmodisch.

Tatsächlich reicht es nicht, sich moralisch oder intellektualistisch über die Fußballbegeisterten lustig zu machen oder zu erheben. Daher haben wir wenige Tage vor Beginn des Fußball-Events die Berliner Sozialpsychologin Dagmar Schediwy und die PolitikwissenschaftlerInnen Detlef Georgia Schulze und Michael Zander eingeladen.

Dagmar Schediwy hat während der Fußball-WM 2006, der EM 2008 und der WM 2010 auf Fanmeilen Interviews geführt. In ihrem Vortrag wird sie den Fußball-Patriotismus mit den ökonomischen Veränderungen in den Jahren zwischen 2006 und 2010, die zu einer Prekarisierung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse führte und viele Menschen verunsichert hat, in Verbindung bringen. Gleichzeitig räumt sie mit der weit
verbreiteten Vorstellung eines ‚natürlichen’ Patriotismus auf. Dazu bedient sie sich der Theorieansätze des Hannoveraner Sozialpsychologen Peter Brückner, dessen 90. Geburts- und 30. Todestag sich 2012 jährt.

Detlef Georgia Schulze wird diese Überlegungen mit Ausführungen zur deutschen, nationalen Identitätspolitik nach 1989 ergänzen. Sie/er war 2010 Mit-HerausgeberIn von mentalitätshistorischen Studien zum Thema „Rechtsstaat statt Revolution, Verrechtlichung statt Demokratie? – Transdisziplinäre Analysen zum deutschen und spanischen Weg in die Moderne“.

Schließlich wird der Politologe Michael Zander den Sozialisten und Wissenschafter Brückner, der von den BRD-Repressionsorganen jahrelang bespitzelt, verfolgt und mit Berufsverbot belegt worden ist, vorstellen.

Roter Abend: Mittwoch, 06. Juni 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Mit Volksbegehren gegen Privatisierung mobilisieren -
Anknüpfungspunkte, Probleme und Alternativen aus linker Perspektive

Stuttgart 21, die Bahnprivatisierung oder die Privatisierung kommunaler Infrastruktur sind nur einige Beispiele dafür, wie die Politik öffentliche Daseinsvorsorge an den Profit- und Verwertungsinteressen des Kapitals ausrichtet – z.B. der Betonindustrie, Energiekonzernen und den Kapitalmärkten. In der Öffentlichkeit wird diese Politik mit Sachzwängen begründet wie Sparzwängen, vermeintlicher Effizienzsteigerung oder dem Bedarf an neuer Infrastruktur. Tatsächlich geht es darum, unmittelbare Wirtschaftsinteressen durchzusetzen und dem überschüssigen Industrie- und Finanzkapital neue Verwertungsmöglichkeiten zu bieten, indem öffentliche Güter den Kapitalmärkten zugänglich gemacht werden.

Die Folgen für die lohnabhängige Bevölkerung sind meist negativ. Zum einen verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen der in den zuvor öffentlichen Unternehmen Beschäftigten durch die Ausrichtung an kapitalistischen Profitinteressen und den wachsenden Konkurrenzdruck zumeist deutlich. Zum anderen Verschlechtern sich die Lebensbedingungen der „Kunden“, da Sinn und Zweck eines privatisierten Unternehmens nicht mehr die bestmögliche Versorgung der Bevölkerung, sondern die Profitmaximierung ist. Steigende Preise, Verschlechterungen im Angebot, Chaos wie bei der Berliner S-Bahn oder staatliche Subventionen, damit sich bestimmte Bereiche überhaupt profitbringend organisieren lassen, sind die Folge. Das betrifft besonders die lohnabhängige Bevölkerung, vor allem Familien und insbesondere Menschen, die im Niedriglohnsektor beschäftigt sind oder Hartz IV beziehen, die Preissteigerungen am deutlich zu spüren bekommen. Entlang der Einkommenshierarchie werden Spitzenverdiener_innen und Millionär_innen am wenigsten belastet oder profitieren gar von einem „schlanken Staat“.

Wir wollen uns mit der Frage auseinandersetzen, wie linke Politik erfolgreich gegen Privatisierungen vorgehen kann und welche Chancen und Probleme hierbei Bürgerentscheide bieten, die einerseits Proteste bündeln können aber auch Gefahr laufen, ignoriert zu werden und ins Leere zu laufen oder durch Anzeigenkampagnen und Stimmungsmache von bürgerlichen Parteien oder Wirtschaftsverbänden instrumentalisiert werden können.

Hierzu haben wir unterschiedliche Aktivist_innen eingeladen:

Berliner Wassertisch, die Gruppe fels (Berliner Energietisch), Gewerkschafter vom S-Bahntisch und Mario Candeias von der Rosa-Luxemburg-Stiftung (angefragt)

Roter Abend: Mittwoch, 02. Mai 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Wie kämpfen gegen Hartz IV, Armutslöhne und Verdrängung aus den Stadtteilen?

Während viel von den Tarifverhandlungen gesprochen wird, sind viele Menschen davon nicht angesprochen. Hartz IV-Empfänger_innen sowie Beschäftigte in verschiedenen Bereichen des Niedriglohnsektors sind häufig weder gewerkschaftlich organisiert, noch interessiert sich die Öffentlichkeit für ihre Alltagskämpfe. Wir wollen am Roten Abend den Blick auf diese Auseinadersetzungen richten:

Joachim Maiworm vom Solidaritätskomitee Angelika-Maria Konietzko wird die Ausweitung der prekären Arbeit im Pflegesektor in den Mittelpunkt stellen. Ein Mitstreiter der Stadtteilinitiative Schillerkiez wird über den Zusammenhang von Stadtteilkämpfen, Verdrängung und Einkommensarmut sprechen.

Angefragt haben wir auch Aktivist_innen der Initiative „Zusammen gegen das Jobcenter Neukölln“, die die vor einigen Monaten vorgestellten Ergebnisse ihrer Befragung am Jobcenter Neukölln zur Diskussion stellen. Die Spätkaufbranche mit ihren besonders niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen boomt. Daher wird über einen erfolgreichen Lohnkampf in einem dortigen Spätkauf informiert. In der gemeinsamen Diskussion soll auch die Frage nach gemeinsamen Widerstandsstrategien gestellt werden, die den Kampf gegen die kapitalistische Aufwertung des Stadtteils mit dem Widerstand gegen Niedriglöhne und dem Hartz IV-Regime verbinden.

Roter Abend: Mittwoch, 04. April 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Economy is a gender issue
Veranstaltung zu Geschlecht & Krise

Seitdem sich die kapitalistische Produktionsweise mal wieder in einer ihrer periodischen Krisen befindet, ist wieder mehr von Kapitalismus, Kapitalismuskritik und teilweise auch Klassenkampf die Rede. Damit wird nunmehr – mit neu-alter Motivlage – eine bereits in den 1990er Jahren einsetzende Entwicklung verstärkt: Während feministische Kritik und Politik in den vergangenen zwanzig Jahren von queer- und trans-Anliegen relativiert, modifiziert und teilweise auch angegriffen wurden, gibt es nun eine Tendenz zurück zur – oftmals auf Klassenverhältnisse reduzierten – Auseinandersetzung mit strukturellen Herrschaftsverhältnissen und polit-ökonomischen Fragestellungen.

Dieser Reduzierung wollen wir mit unserer Veranstaltung etwas entgegensetzen und zeigen, dass auch economy ein gender – und nicht nur ein class – issue ist.

Dazu haben wir die Basisgruppe Antifa, eine kommunistische Gruppe aus Bremen, die einen Vortrag zu den unterschiedliche Auswirkungen des Umbaus des Sozialstaats auf die Geschlechter und die dadurch bewirkte Intensivierung der historisch durchgesetzte Doppelbelastung von Frauen durch Lohn- und Reproduktionsarbeit zur Veranstaltung beitragen wird sowie Gabriele Winker vom Feministischen Institut Hamburg eingeladen. Sie wird analysieren, wie die derzeitige auf Geschlechterverhältnissen aufbauende Krisenpolitik den Widerspruch von Kapitalakkumulation und sozialer Reproduktion auf Kosten von Reproduktionsarbeitenden verschärft.

Wir verstehen die Veranstaltung sowohl als Beitrag zum 8. März als auch zur Vorbereitung der Demonstration am 31. März zur Baustelle des neuen EZB-Gebäudes in Frankfurt am Main, die im Rahmen eines europäischen antikapitalistischen Aktionstages stattfinden wird.

Roter Abend: Mittwoch, 07. März 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Bürger_innenbeteiligung als Vehikel für
wirtschaftsliberalen Staatsumbau?

Bürger_innenbeteiligung steht derzeit hoch im Kurs. Von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen wird sie als positives Konzept propagiert.

Nicht erst seit der Debatte um Stuttgart 21 und dem Aufstieg der Piratenpartei wurde dieses Schlagwort in allen politischen Parteien populär. Aber auch die Bertelsmannstiftung und andere wirtschaftsnahe Denkfabriken und Institutionen spielen bei der Entwicklung von Konzepten der Bürger_innenbeteiligung eine wichtige Rolle.

Darauf wird der Publizist und Soziologe Thomas Wagner, Autor des kürzlich im Papyrossa-Verlag erschienenen Buches „Demokratie als Mogelpackung. Oder: Deutschlands sanfter Weg in den Bonapartismus“ detailliert eingehen.

Er wird sich auch mit der Frage beschäftigen, ob mit der Bürgerbeteiligung erneut ein in zivilgesellschaftlichen Kreisen entwickeltes Konzept für die Interessen der besseren Kapitalverwertung instrumentalisiert wird. Oder liegt nicht in der Verschiebung von Forderungen nach Arbeiter_innenkontrolle und Selbstorganisation im Arbeitsleben hin zur Bürger_innenbeteiligung von vornherein ein Problem?

Diskussionsveranstaltung mit dem Publizisten Thomas Wagner.

Roter Abend: Mittwoch, 01. Februar 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Diskussion über die Aktualität von Sozialismus und Arbeiter_innenbewegung

Am 15. Januar werden wieder Zehntausende zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf die Straße gehen. Doch was können wir heute von ihnen lernen? Sind die Konzepte der sozialistischen Arbeiter_innenbewegung nicht längst überholt?

Am Roten Abend wird der Berliner Historiker Ralf Hoffrogge, der kürzlich im Schmetterling-Verlag das Buch „Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland“ veröffentlicht hat, erläutern, warum es wichtig ist, diese Geschichte zu kennen, um auch aus ihren Fehlern und Niederlagen zu lernen.

Hoffrogge wird sich unter anderem mit der Frage des Geschlechterverhältnisses sowie dem Umgang mit Homophobie, Rassismus und Antisemitismus in der deutschen Arbeiter_innenbewegung vor 1914 befassen.

Es wird gemeinsam mit dem Publikum auch um die Frage gehen, wie wir uns auf die Geschichte der Arbeiter_innenbewegung beziehen können, ohne in die Falle der Verklärung und des Totalverrisses zu gehen.

Wurden damals nicht schon Fragen gestellt, aber auch schon Antworten gegeben, die für eine emazipatorische Linke, im Kampf gegen Staat, Kapital und Nation weiterhin aktuell sind?

Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demonstration:
15. Januar 2012 • 10.00 h • U Frankfurter Tor

Roter Abend: Mittwoch, 04. Januar 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Occupy-Bewegung – Politik als Ich-AG?
Kritik und Perspektiven

Ist die Occupy-Bewegung wirklich der Beginn einer neuen sozialen Bewegung, wie auch manche in der außerparlamentarischen Linken hoffen?

Auf der Veranstaltung wird N.N. von den Internationalen Kommunist_innen diese Bewegung kritisch analysieren und hinterfragen, in welcher Tradition ihre Ablehnung von Parteien und Gewerkschaftsemblemen steht.

Anna von der Interventionistischen Linken (IL) wird sich mit den Protestbewegungen in Italien auseinandersetzen, und dabei auch auf die hierzulande wenig wahrgenommenen feministischen Interventionen gegen das patriarchale Frauenbild von Berlusconi und seines Regierungsblocks eingehen.

N.N. von der Berliner Gruppe Theorie Organisation Praxis wird ein bundesweites Demonstrationsprojekt vorstellen, das sich im März 2012 in Frankfurt/Main gegen die EU und die Rolle Deutschlands richtet.

Roter Abend: Mittwoch, 07. Dezember 2011 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


"Die Todesnacht in Stammheim: Eine Untersuchung -
Indizienprozess gegen die staatsoffizielle Darstellung

In diesem Jahr hat sich die Todesnacht von Stammheim zum 34ten Mal gejährt, als drei RAF-Mitglieder in ihren Zellen starben. Mord oder Selbstmord, das war drei Jahrzehnte ein großer Streitpunkt.

Mittlerweile interessiert sich nur noch ein kleiner Teil der Linken für die Umstände im Hochsicherheitsgefängnis am Rande von Stuttgart. Vielleicht kann ein im Pahl-Rugenstein-Verlag erschienenes Buch wieder mehr Menschen dafür interessieren.

Der IT-Spezialist und Betriebsrat Helge Lehmann hat eine akribische Untersuchung angestellt. Man merkt dem Buch an, dass viel Arbeit und eine naturwissenschaftliche Neugier dahinter steckt. Lehmann hat nichts am Hut, mit den alten Glaubenssätzen über den Tod der Gefangenen. Er orientiert sich an den Fakten und kommt zu dem Schluss, dass die staatliche Version der Todesumstände nicht stimmen kann.

Wir wollen am Roten Abend ueber seine Recherchen diskutieren und auch die Frage stellen, warum auch mehr als 30 Jahre nach dem 18.10. die Debatte um Stammheim wichtig ist.

Roter Abend: Mittwoch, 02. November 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Ausbeutung, Repression und Widerstand in Spätverkäufen

Mit einem Minijobvertrag bis zu 60 Stunden in der Woche schuften?
Niedriglohn und Praktika ganz ohne Geld sind auch in Warenhausketten mittlerweile an der Tagesordnung. Ein Kollege wird am Roten Abend berichten, warum er solche Arbeitsbedingungen in einem Spätkauf in Berlin-Friedrichshain fast 3 Jahre ertragen hat, bis der Zeitpunkt kam, wo er sich dagegen wehrte. Jetzt klagt er den ihm zustehenden Lohn ein.

Unterstützung erhält er von der anarchosyndikalistischen FAU, die auf der Veranstaltung deutlich machen wird, dass es hier nicht um einen Einzelfall geht. Der Besitzer des Spätkaufs versucht, juristisch mit der Drohung hoher Strafgelder die Berichterstattung über den Fall zu verhindern.

Davon betroffen ist auch Karl-Heinz Schubert von der Trend-Onlinezeitung, die einen Bericht darüber veröffentlichte. Schubert wird berichten, wie er sich gegen die Drohung wehrt. Die Veranstaltung soll den Kollegen und die von Repression betroffenen Medien unterstützen und andere Lohnabhängige motivieren, sich ebenfalls gegen Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen zu wehren.

Mit: N.N. kämpfenden Kollegen,
einen Vertreter der Freien Arbeiterunion (FAU),
Karl-Heinz Schubert (Trend Online-Zeitung)

Roter Abend: Mittwoch, 05. Oktober 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


SA-Terror und proletarischer Widerstand
in Berlin zwischen 1930 – 1933

Sie nannten sich “Lustig Blut” oder “Edelweiß”, ihr Motto war: “Wo wir Nazis sehn, da jibt’s Kleinholz”. Sie rissen Nazipropaganda ab und verhinderten gelegentlich ganz handfest Treffen von Faschisten in Kreuzberg.

Hier entwickelte sich zwischen 1929 und 1933 die erste Jugendantifa, die sich in den proletarischen Kiezen der SA entgegen stellte. Der Berliner Historiker Fülberth, der kürzlich in dem Buch „... wird mit Brachialgewalt durchgefochten“ diese weitgehend vergessene Geschichte von unten rekonstruiert hat, wird am Roten Abend einen Überblick über die Auseinandersetzungen geben.

Ein Thema wird der Umgang der Justiz der Weimarer Republik mit Angeklagten aus der NS-Bewegung und der Antifa sein. Wer die Veranstaltung im Zielona Gora verpasst hat oder das Gehörte noch einmal anschaulicher präsentiert haben will, kann am 10. 9. auf einer Stadtführung den Historiker Fülberth zu einigen historischen Orten begleiten, an denen der Kampf der SA um die Arbeiterviertel auf Widerstand stieß.

10.09.2011, 16 Uhr: Stadtteilspaziergang:
Treffpunkt Wienerstr. 10 (U-Bhf-Görlitzerbahnhof)
www.antifa-fh.de.vu

Roter Abend: Mittwoch, 07. September 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die indische Naxalit_innenbewegung –
Entstehung – Praxis – Perspektiven?

Die oft verkürzt als maoistische Bauernguerilla bezeichnete indische Naxalit_innenbewegung findet hierzulande auch in der Linken wenig Beachtung. Der Frankfurter Politikwissenschaftler Lutz Getzschmann und regelmäßiger Autor verschiedener linker Zeitungen, u.a. der Jungle World hat mit seinem vor einigen Monaten im ISP-Verlag erschienenen Buch „Indien und die Naxaliten – Agrarrevolten und kapitalistische Modernisierung“ wichtige Informationen über diese Bewegung geliefert und sie in den politischen Kontext der indischen Gesellschaft eingeordnet.

Am Roten Abend wird Getzschmann einen Einblick in die Geschichte der Naxalit_innenbewegung und der sozialen und politischen Bedingungen geben, unter denen sie entstehen und sich in mehreren Regionen festsetzen konnte.

Über die politische Praxis der Naxait_innen, die sich keineswegs auf den bewaffneten Kampf beschränkt sondern auch soziale und gewerkschaftliche Organisierung umfasst, wird Getzschmann ebenso informieren wie über die staatliche Repression, von der die sozialen Bewegung der ländlichen Region betroffen sind.

Die Perspektiven der naxalitischen Bewegung in der kapitalistischen Weltmacht Indien soll ebenso Gegenstand der Diskussion sein, wie über die Frage, wo sich in ihrer Theorie und Praxis emanzipatorische Elemente finden lassen.

Roter Abend: Mittwoch, 03. August 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Weder EU noch Deutschland
Wie kann eine linke EU-Kritik aussehen?

In der Eurokrise wurde deutlich, dass die deutschen Eliten den europäischen Nachbarländern ihr Wirtschaftsmodell aufzwingen wollen. Besonders in Spanien und Griechenland stößt diese Erpressungspolitik zunehmend auf Kritik.

In Deutschland hingegen gibt es in linken Debatten kaum eine fundierte Anaylse der deutschen Rolle in der EU. Jörg Kronauer ist einer der wenigen linken Publizisten, der seit Jahren in Artikel in der Monatszeitung Konkret aufzeigt, wie der Einfluss der deutschen Eliten in Europa wächst. Am Roten Abend wird er auf historische und ökonomische Aspekte der deutschen EU-Politik eingehen und auf die aktuelle Rolle Deutschland innerhalb der EU eingehen.

Eine wichtige Frage ist dabei, wie eine linke Position zum kapitalistischen EU-Projekt aussehen kann, die weder ein Zurück zu den Nationalstaaten propagiert, noch als linkes Feigenblatt eines kapitalistischen EU-Blocks auftritt. Wie eine linke EU-Kritik aussehen kann, wird Gegenstand der gemeinsamen Diskussion sein.

Diskussionsveranstaltung mit dem Sozialwissenschaftler und freien Journalisten Jörg Kronauer

Roter Abend: Mittwoch, 06. Juli 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Klassenkampf – Kalter Kaffee oder aktuell wie nie?

Am 1. Mai war in Berlin und bundesweit die Parole „Klasse gegen Klasse“ oft auf Transparenten und Plakaten zu lesen. Der Klassenbegriff scheint innerhalb der linken Bewegung wieder stärker eine Rolle zu spielen. Die BRD als Klassengesellschaft zu bezeichnen wird allerdings im vorherrschenden öffentlichen Diskurs als veraltet und nicht mehr zutreffend angesehen.

Andere Begriffe wie Milieus oder Lebensstile kennzeichnen jedoch nur Erscheinungen, ohne die Abhängigkeit von Lohnarbeit ins Zentrum zu stellen. Insgesamt sind in der BRD 36 Millionen abhängig beschäftigt. Davon sind noch 30 Prozent im industriellen Sektor tätig.

Die Arbeiterklasse ist nicht verschwunden – sie ist jedoch in der Öffentlichkeit kaum mehr als organisierter gesellschaftlicher Faktor wahrnehmbar. Dabei ist der Klassenkampf auch in der BRD permanent im Gange. Allerdings in erster Linie als Klassenkampf von oben: Sozialabbau, niedrige Löhne, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Bildungsabbau, der Ausbau des Repressionsapparates und vieles mehr. Staat und Kapital führen einen Angriff auf die Lohnabhängigen nach dem nächsten durch. Eine entschlossene und kämpferische breite Bewegung dagegen ist jedoch noch nicht entstanden. Doch es gibt auch in einigen Bereichen Gegenwehr der Lohnabhängigen, wie zum Beispiel der Streik der Lokführer oder der Charité-Beschäftigten in Berlin. Insgesamt sind klassenkämpferische KollegInnen am Arbeitsplatz jedoch in der Minderheit, Vereinzelung und Passivität überwiegen. Die linke Bewegung hat wenn es um das Thema Arbeitskämpfe geht oft wenig Interesse. Es fehlen die Kontakte zu den Beschäftigten und die eigene Lohnarbeit oder Erwerbslosigkeit wird häufig nicht als Kampffeld betrachtet. Deshalb bleibt es oft bei der rein theoretischen Beschäftigung mit der Arbeiterklasse in marxistischen Seminaren. Um den Klassenkampf von unten zu stärken bedarf es aber auch einer gemeinsamen Praxis von Beschäftigen, SchülerInnen, Studierenden und Erwerbslosen im Betrieb, im Stadtteil und natürlich auf der Straße.

Bei der Veranstaltung werden der marxistische Soziologe Werner Seppmann, Autor des Buches: „Die verleugnete Klasse“ und Willi Hajek, linker Basisaktivist und Autor aus Berlin, unter anderem folgende Fragen diskutieren: Was ist heute unter Arbeiterklasse konkret zu verstehen? Was ist die Ursache für die mangelnde Widerstandskraft der Arbeiterklasse gegen die Angriffe des Kapitals und wie kann das Klassenbewusstsein der Lohnabhängigen gestärkt werden? Welche Rolle spielt die Klasse der Lohnabhängigen bei der Überwindung des Kapitalismus? Wie kann eine klassenkämpferische Praxis heute aussehen? Welche Erfahrungen bei betrieblichen und gewerkschaftlichen Basiskämpfen gibt es?

Außerdem wird ein Vertreter des klassenkämpferischen Blockes die Initiative vorstellen und die Intentionen erläutern. Die Veranstaltung wird vom Roten Abend zusammen mit dem klassenkämpferischen Block organisiert.

Roter Abend: Mittwoch, 01. Juni 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Zur Abwertung reproduktiver Arbeit und der Fortschreibung kapitalistischer Geschlechterarrangements in der Sowjetunion

Mit dem Namen der russischen Marxistin und Ministerin in der frühen Sowjetunion Alexandra Kollontai sind bedeutende der kurze frauenpolitische Aufbruch nach der Oktoberrevolution verbunden.

Die Liberalisierung des Scheidungsrechts, das Recht auf Abtreibung, die Einrichtung von Gemeinschaftsküchen, die die individuelle Hausarbeit ersetzen sollten, gehören zu den Elementen ihrer Politik.

Am Roten Abend wird sich die Autorin und Kuratorin Felicita Reuschling mit den praktischen und theoretischen Interventionen von Kollontai kritisch untersuchen. Dabei setzt sie sich nicht nur mit Kollontais Bewertung der Hausarbeit als unproduktiv auseinander. Sie hinterfragt mit dem Begriff der produktive Arbeit eine zentrale Kategorien des Marxschen Denkens. Das schließt die Kritik der Arbeitswertlehre bei ein, wo  Ausbeutungs- und Hierarchieverhältnisse nur bei bezahlter und damit auch quantifizierbarer Arbeit festgestellt werden können und damit eine nationalökonomische Perspektive reproduziert wird.

In einer Zeit, wo der Care-Sektor wächst, der nach dieser Definition zur unproduktiven Arbeit gezählt wird, ist eine solche Kritik besonders wichtig bei allen, die weiterhin an die Perspektive einer kommunistischen Vergesellschaftung festhalten.

Roter Abend: Mittwoch, 04. Mai 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Queer, flexibel, erfolgreich.
Haben dekonstruktivistische Ansätze den Feminismus entwaffnet?

Wo liegen die Ursachen für die Verwandlung eines Teils des Feminismus zumindest in den Ländern wie Deutschland und den USA zu einem popkompatiblen Lifestyle-Projekt?

Die Historikerin und feministische Theoretikerin Tove Soiland sieht einen Grund darin, dass die Verbindung zur Kapitalismuskritik, die zu Beginn der 2. Frauenbewegung noch vorhanden war, zunehmend verloren ging. Statt der Analyse der kapitalistischen Verwertung und ihrer Verbindung mit patriarchalen Unterdrückungsformen sei es in der feministischen Debatte zunehmend nur noch um das Recht auf Anerkennung und Differenz unterschiedlicher Lebensstile gegangen.

Diese feministische Kritik konnte nicht mehr analysieren, dass die flexiblen Identitäten sich gut mit dem Geschlechterregime eines Postfordismus vertrugen, dessen Anspruch „Sei flexibel“ in vielen Lebensbereichen durchaus auch als Drohung aufgefasst werden kann.

Wir wollen mit Tove Soiland diskutieren, warum marxistische Ansätze in der feministischen Debatte marginalisiert wurden. Uns interessiert auch die Frage, wie der verlorene Link zwischen Feminismus und Kapitalismuskritik wieder hergestellt werden kann. Denn eine Kritik am Lifestyle-Feminismus bedeutet weder ein Zurück zum Haupt- und Nebenwiderspruchsdenken des Traditionsmarxismus noch zu dessen Sehnsucht nach der patriarchalen Kleinfamilienideologie.

Lesetipps:

Roter Abend: Mittwoch, 06. April 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Aufstand im arabischen Raum –
wann fällt das Regime in Teheran?

Während im arabischen Raum große Teile der Bevölkerung gegen die diktatorischen Regime kämpfen, geht auch im Iran die Oppositionsbewegung trotz massiver Repression wieder auf die Straße. So wurden in den letzten Monaten mehrere Oppositionelle hingerichtet, kritische Künstler_Innen und Intellektuelle werden verstärkt verfolgt, Universitäten werden noch stärker reglementiert.

Darüber werden die Freund_Innen des „Komitees zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran- Berlin“ am Roten Abend berichten. Dabei interessiert uns auch die Situation von Gewerkschafter_Innen und Lohnabhängigen, die im Iran für ihre Rechte kämpfen wollen und die in den hiesigen Medien wenig Beachtung finden.

Wir verstehen diese Veranstaltung als Beitrag zur Mobilisierung zum 18.März, dem internationalen Kampftag für die Freilassung der politischen Gefangenen. Der Polizeiüberfall gegen eine Kundgebung iranischer Oppositioneller am 12.12.2010 vor der iranischen Botschaft in Berlin macht die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit noch deutlicher.

Eine Veranstaltung mit dem Komitee zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran-Berlin

Roter Abend: Mittwoch, 02. März 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Europa entsichern! 
Veranstaltung zu Enttarnung von verdeckten Ermittlern und der europäischen Sicherheitsarchitektur

In den letzten Monaten wurden mit Simon Bromma in Heidelberg und Mark Kennedy in Großbritannien zwei verdeckte Ermittler enttarnt, die die linke Szene infiltrierten und dabei auch länderübergreifend tätig waren. Wir wollen diese aktuellen Fälle von Repression gegen Linke zum Anlass für eine Diskussionsveranstaltung nehmen, die die „Sicherheitsarchitektur“ in Europa und den USA thematisiert.

Zuvor wird Birgit Westermann auf den im Jahr 2000 enttarnten Manfred Schlickenrieder eingehen, der ebenfalls linke Strukturen in verschiedenen europäischen Ländern infiltriert hatte.

Der auf europäische Repression spezialisierte Journalist Matthias Monroy wird die aktuelle Entwicklung in der europäischen Polizeiarbeit analysieren. Schon im Jahr 2007 forderte der EU-Rat „bestehende rechtliche und praktische Hindernisse in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Bezug auf verdeckte Ermittler sollten … beseitigt werden“.  Der politische Aktivist Jason Kirkpatrick  wird auf Polizeistrategien in den USA eingehen.

In der anschließenden Debatte wollen wir neben der Frage des Schutzes linker Strukturen vor verdeckten Ermittlern auch über Gegenstrategien zur  europäischen Sicherheitsarchitektur diskutieren, wozu auch der Protest und Widerstand gegen den in diesem Jahr am 15. und 16. Februar 2011 im Berliner Congress Center tagenden europäischen Polizeikongress gehört.

Roter Abend: Mittwoch, 02. Februar 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die Linke in der Krise –
Reflexionen der Sozialproteste 2010

Erwerbslosengruppen und soziale Initiativen haben im Herbst 2010 gegen Hartz IV-Kürzungen, Gesundheitsprogramme und Sparpakete protestiert: Eine bundesweite Erwerbslosendemostration in Oldenburg am 10.Oktober 2010 wurde von den Betroffenen positiv eingeschätzt.

Versuche, Aktionen des zivilen Ungehorsams wie Blockaden auf soziale Bewegungen zu übertragen, waren weniger erfolgreich. Eine für den 18. Oktober in Frankfurt/Man geplante Bankenblockade war wegen mangelnder Resonanz abgesagt worden. Auch die Bundestagbelagerung am 26.November kam über symbolischen Charakter nicht hinaus.

Warum bleiben in Deutschland soziale Proteste anders als in Frankreich und Großbritannien begrenzt? Ist die Mehrheit der Lohnabhängigen und Erwerbslosen in Deutschland so schwer zu mobilisieren, weil sie der Meinung sind, das Opfer für den Standort Deutschland gebracht werden müssen? Wie soll es im nächsten Jahr weiter mit den Sozialprotesten gehen?

Darüber wollen wir am Roten Abend am 5. Januar diskutieren. Kurze Inputs kommen von den Soziologen und Mitglied der anarchosyndikalistischen Freien ArbeiterInnen Union (FAU) Holger Marcks, Michael Prütz vom Berliner Anti-Krisenbündnis und N.N. von der Gruppe Theorie und Praxis (TOP).

Roter Abend: Mittwoch, 01. Dezember 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Sarrazin - EIN Lautsprecher des Kapitals?

Der ehemalige Berliner Senator und Deutsche Bank-Vorstand Thilo Sarrazin beherrscht seit Monaten die innenpolitische Debatte.

Karl-Heinz Schubert von der Onlinezeitung Trend wird am Roten Abend aufzeigen, dass Sarrazin in seinem Buch “Deutschland schafft sich ab“ dem Kapital und dessen herrschenden politischen Personal Vorschläge unterbreitet, wie der von Krisen gezeichnete Kapitalismus die Zurichtung und Unterordnung der Ware Arbeitskraft durch massive Kürzung ihrer Reproduktionskosten sicherstellen kann. Sarrazins Vorschläge und Konzepte sind auch keineswegs neu, sondern popularisieren bereits vorhandene Krisenlösungsmodelle, wie sie seit Jahren in den Denkfabriken des Kapitals ausgearbeitet werden.

Welche Bündnisse und welche Gegenwehr dagegen organisiert werden müssten, soll ebenso Gegenstand der Diskussion sein, wie die Frage, warum die meisten Sarrazin-KritikerInnen diesen Aspekt weitgehend ausblenden.

Roter Abend: Mittwoch, 01. Dezember 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Aus der linke Geschichte lernen –
Revolution und bewaffnete Aufstände 1918-1923

Während in vielen europäischen Ländern die Menschen gegen Sparpakete, Kürzungen bei Lohnabhängigen und Erwerbslosen auf die Straße gehen, ist in Deutschland der Protest gering. Das liegt auch daran, dass hierzulande die Geschichte von bewaffneten Aufständen und Klassenkämpfen weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Der langjährige Aktivist in autonom-antifaschistischen Zusammenhängen Bernd Langer hat sich in dem Buch „Revolution und bewaffnete Aufstände 1918 - 1923“ der Rekonstruktion dieses Teil der linken Geschichte gewidmet. Er wird am Roten Abend über eine Zeit berichten, als sich Menschen massenhaft gegen Kriegs- und Hungerpolitik wehrten, als die Menschen daran gingen, selber Geschichte zu schreiben.

Auch wenn sich der 9. November 1918 dieses Jahr zum 92ten Mal jährt, beschäftigen wir uns mit den damaligen Kämpfen nicht aus Gründen der Traditionspflege. Ohne die großen Unterschiede in der politi-
schen und sozialen Situation zu verkennen, stellen wir uns auch die Frage nach Anknüpfungspunkten zur Gegenwart. Daher werden wir zu Beginn der Veranstaltung aktuelle Infos zu der für den 26.11., anlässlich der dritten Lesung des Sparpakets geplanten Bundestagsbelagerung geben, die wir unterstützen.

Roter Abend: Mittwoch, 03. November 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Bahnen und Busse umsonst –
für das Recht auf Mobilität

Die Initiative „Berlin fährt frei“ setzt sich für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr in Berlin. Wir gehören zu den Unterstützer_Innen, weil wir darin einen Kampf um das Recht auf Mobilität sehen, auf deren lange unterschiedliche Geschichte wir anfangs verweisen. Am Roten Abend wollen wir die Initiative vor und zur Diskussion stellen und haben dazu Aktivist_Innen von unterstützenden Gruppen eingeladen:

Lisa von der Gruppe FelS, Michelle von der Gruppe gegenstromberlin und Micky von der Ökologischen Linken

Was ist das Ziel einer solchen Kampagne? Wie sind die Erfolgsaussichten angesichts fast jährlicher Preissteigerung beim Nahverkehr, der ohne große Proteste akzeptiert wird? Kann eine solche Initiative zu einer besseren Verbindung von Klimaaktivismus und sozialen Bewegungen führen? Das sind einige der Fragen, die wir mit den Referent_innen diskutieren wollen.

Uwe Hiksch, stellv. Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin, wird erläutern, warum nur mit einer öffentlichen Mobilitätsversorgung ein flächendeckendes und attraktives Angebot im Bus- und Bahnverkehr möglich ist. Im Widerspruch hierzu steht die Bahnprivatisierung, die Uwe Hiksch kritisiert.

Die Veranstaltung stellen wir in den Kontext sowohl der Herbstaktionstage, zu der von 1.-10.Oktober zahlreiche soziale Initiativen in Berlin aufrufen (http://berlinonsale.blogsport.de/) als auch zum globalen Aktionstag für Klimagerechtigkeit am 12.10 (http://www.climate-justice-action.org), an dem es zu “Berlin fährt frei” Aktionen geben wird.

Roter Abend: Mittwoch, 06. Oktober 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Ist das Existenzgeld unter die Bürger gefallen?

Seit den 90er Jahren wird die Idee eines Bürgergeldes gegen Bürgerarbeit für Langzeitarbeitslose aktiv von der FDP, weniger öffentlich aber auch von Teilen der CDU/CSU und Bündnis 90/Grüne sowie der SPD propagiert. In unterschiedlichen Erscheinungsformen wird es auch von Mitgliedern des Netzwerkes Grundeinkommen vertreten. Im Kontext der weiteren Reform von Hartz IV steht die Einführung der Bürgerarbeit hervor.

Ansinnen der Veranstaltung ist es, herauszuarbeiten, welche sozial- resp. gesellschaftspolitischen Entwicklungen dies einleitet und in welchem Kontext dies zu nationalen und europaweiten Deregulierungen von Löhnen und sozialen Absicherungen steht. Wir wollen diskutieren, welche Alternativen dazu aus Sicht der Ausgebeuteten und Ausgegrenzten politisch richtig sind.

Kann angesichts einer solchen Entwicklung eine Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen/Existenzgeld einen realen Ausweg aufzeigen, ist sie derzeit utopistische Spielerei ohne Mobilisierungspotential, oder macht sie sich vielmehr ungewollt zum Türöffner neoliberaler Vorstellungen in die Linke hinein?

Dazu haben wir folgende Gäste eingeladen:

Anne Allex ist Sozialpolitikerin und nimmt am Runden Tisch gegen Erwerbslosigkeit und soziale Ausgrenzung teil.

Michael Klockmann ist prekärer Selbständiger und Mitglied des Netzwerk Grundeinkommens, dessen bedingungslose Variante ohne Arbeitszwang er vertritt.

Detlef Georgia Schulze ist PolitikwissenschaftlerIn und hält Existenzgeld nicht für eine zielführende "Tagesutopie" auf dem Weg in eine emanzipierte, solidarische Gesellschaftsformation.

Roter Abend: Mittwoch, 1. September 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Chavismus und Zapatismus –
Linke Perspektiven?

Die Perspektive der lateinamerikanischen Linken, besonders die Aktivitäten der Zapatist_Innen in Südmexiko und die bolivarianische Revolution in Venezuela sind Gegenstand heftiger Kontroversen. Der Hamburger Politikwissenschaftler und Journalist Helge Buttkereit hat mit seinem im Pahl-Rugenstein-Verlag erschienenen Buch „Utopische Realpolitik - Die Neue Linke in Lateinamerika“ gleich in zweifacher Hinsicht Neuland betreten.

Er hat die Entwicklungen in Bolivien, Venezuela, Ecuador und die zapatistische Bewegung in Südmexiko analysiert und bei allen historischen und politischen Unterschieden die Gemeinsamkeiten herausgestellt und er hat diese Entwicklungen rückgekoppelt und den Versuch gewagt, sie auf die hiesigen Verhältnisse zu übertragen.

Am Roten Abend wird Buttkereit seine Thesen zur Diskussion stellen. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob angesichts der unterschiedlichen politischen und ökonomischen Situation eine Diskussion über die Übertragbarkeit möglich und wünschenswert ist. Mit der von manchen Beobachter_Innen vertretetenen These vom Ende der Linksverschiebung in Lateinamerika werden wir uns auseinandersetzen, wie mit der Frage, ob diese Linke mehr zustande bringt, als eine soziale Variante des Kapitalismus.

Roter Abend: Mittwoch, 4. August 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Gewerkschaften in der Krise?!

Nicht nur bei Opel betätigen sich führende Betriebsräte als Co-Manager und kämpfen mit Lohnverzicht für den Standort.

Warum hört man so wenig von klassenkämpferischen Positionen? Ist eine linke Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit heute in einzelnen Betrieben noch möglich oder kann die nur in eine gesellschaftspolitische Bewegung eingebunden sein?

Darüber wollen wir mit dem langjährigen Bochumer Betriebsrat Wolfgang Schaumberg diskutieren. Er ist bis heute Aktivist der linksgewerkschaftlichen Gruppe Gegenwehr ohne Grenzen (GoG).

Zu Beginn werden wir einen Film über die Arbeit der GoG sehen, die seit den letzten Betriebsratswahlen keinen Sitz mehr in dem Gremium hat.

Über die Gründe dieser Niederlage und die Perspektive der GoG werden wir ebenfalls sprechen. Zudem wollen wir über drohende Ausschlüsse kämpferischer GewerkschafterInnen beispielsweise bei Daimler-Berlin informieren, die auf einer eigenen Liste zur Betriebsratswahl kandidiert haben und jetzt Solidarität brauchen.

Diskussionsveranstaltung mit Wolfgang Schaumberg, langjähriger Opel-Betriebsrat in Bochum und bis heute aktiv in der linksgewerkschaftlichen Gruppe „Gegenwehr ohne Grenzen“ GoG und Will Hajek,Mitglied des Komitees für gewerkschaftliche Freiheiten.

Roter Abend: Mittwoch, 7. Juli 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die Linke und die Krise

Wie es dem Dax und der Börse in der Wirtschafts- und Finanzkrise geht, lesen wir täglich in den Medien. Welche Auswirkungen die Krise auf das Leben von Lohnabhängigen und Erwerbslosen hat, ist das Thema des Films „Der Gewinn der Krise“, den wir am Roten Abend zeigen. Anschließend diskutieren wir mit dem Filmemacher Jörg Nowak. Für den Film wurden im letzten Jahr Krisenbetroffene in 9 Städten quer durch die Republik befragt.

Welchen Stellenwert linke Interventionen in den Zeiten der Krise haben, wird das Thema des zweiten Teils sein. Eingeladen ist eine Vertreterin der Gruppe Theorie und Praxis (TOP), die Teil eines Bündnisses ist, das am 5.6.2010 einen antikapitalistischen Workshoptag organisiert und AktivistInnen des Berliner Antikrisenbündnisses, das die Demonstration „Die Krise heißt Kapitalismus“ am 12.6.2010 in Berlin vorbereitet.

Hat das Motto "Wir zahlen nicht für Eure Krise" heute noch mobilisierenden Charakter? Ist die Krise überhaupt ein günstiger Moment, für die antikapitalistische Mobilisierung oder wäre es sinnvoller, den kapitalistischen Normalzustand in den Fokus der Auseinandersetzung zunehmen, lauten einige Fragen, die wir diskutieren wollen.

Roter Abend: Mittwoch, 2. Juni 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Gesundheit und Pflege
im K(l)assenkampf

Die Kopfpauschale als Markenzeichen der neoliberalen Gesundheitsreform sorgt für Beunruhigung in der Bevölkerung und könnte zu Protesten führen. Doch soll deswegen der Status Quo im Pflege- und Gesundheitsbereich verteidigt werden?

Darüber wollen wir am Roten Abend mit AkteuerInnen im Pflege- und Gesundheitsbereich diskutieren.

Eingeladen haben wir Beschäftigte aus dem Bereich der Assistenz und Pflege, die im letzten Jahr mit dem Scheiss-Streik neue Formen des Kampfes gegen prekäre Arbeitsbedingungen ausprobierten. AktivistInnen des „Arbeitskreises mit ohne Behinderung“ (ak MoB) schildern, wie sich ihnen heute schon die vielfältigen Kürzungen im Gesundheits- und Pflegebereich darstellen.

Das Berliner Mitglied des Verbands Demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VDÄÄ) Chaim Jellinek erläutert, was von den Klagen vieler ÄrztInnen über finanzielle Engpässe zu halten ist.

Mit AktivistInnen von der AG Gesundheitspolitik im Anti-Krisenbündnis wollen wir die Frage diskutieren, wie ein Widerstand gegen Gesundheitsreform aussehen kann, die mit der Ablehnung der Kopfpauschale nicht bei der Verteidigung des Ist-Zustands stehen bleibt.

Roter Abend: Mittwoch, 5. Mai 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Heraus zum 1. Mai – aber wohin:
Diskussion: Prekarität, Arbeit, Alltag

Wieder naht der 1. Mai und wir stellen uns die Frage, in welcher Form sich Erwerbslose, Lohnabhängige und prekär Beschäftigte daran beteiligten wollen. In den letzten vier Jahren haben wir uns an einem sozialpolitischen Bündnis beteiligt, dass die Mayday-Parade gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse organisierte. Ein Aktivist der Gruppe "für eine linke Strömung" (fels) wird begründen, warum es in diesem Jahr keine Mayday-Parade am 1. Mai in Berlin geben wird. Außerdem wollen wir über Erfolge und Grenzen der vier Berliner Mayday-Paraden diskutieren. Organisierungsversuche von prekär Beschäftigten gibt es auch außerhalb des Mayday, z.B. in den Gewerkschaften. Deswegen laden wir auch AktivistInnen der Jungen GEW Berlin zu der Veranstaltung ein.

Wieder naht der 1. Mai und wir stellen uns die Frage, in welcher Form sich Erwerbslose, Lohnabhängige und prekär Beschäftigte daran beteiligten wollen. In den letzten vier Jahren haben wir uns an einem sozialpolitischen Bündnis beteiligt, dass die Mayday-Parade gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse organisierte. Ein Aktivist der Gruppe "für eine linke Strömung" (fels) wird begründen, warum es in diesem Jahr keine Mayday-Parade am 1. Mai in Berlin geben wird. Außerdem wollen wir über Erfolge und Grenzen der vier Berliner Mayday-Paraden diskutieren. Organisierungsversuche von prekär Beschäftigten gibt es auch außerhalb des Mayday, z.B. in den Gewerkschaften. Deswegen laden wir auch AktivistInnen der Jungen GEW Berlin zu der Veranstaltung ein.

Wie im letzten Jahr soll es auch an diesem 1. Mai einen klassenkämpferischen Block in der DGB-Demonstration geben. Ein Aktivist der Vorbereitungsgruppe wird das Konzept vorstellen und begründen, warum eine entschiedene Kritik an der Standortpolitik der DGB-Spitze notwendig ist, die die Gewerkschaftsbasis nicht rechts liegen lässt.

Daneben wird es Infos zu den geplanten Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch in Berlin am 1. Mai und zum politischen und juristischen Stand der Revolutionären 1.Mai-Demo um 18 Uhr geben.

Roter Abend: Mittwoch, 7. April 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Arbeitskämpfe und betriebliche Organisierung
Juristische Repressalien gegen die FAU

Per einstweiliger Verfügung ist der FAU-Berlin zurzeit untersagt, sich Gewerkschaft zu nennen. Mittlerweile sind ihre Sekretäre mit Geldstrafen und sogar Haft bedroht. Diese Repressalien sind die Folge eines Arbeitskampfes um einen Haustarifvertag, den die FAU gemeinsam mit der Belegschaft des Kinos Babylon Mitte mehrere Monate geführt hat.

Auf dem Roten Abend wird ein Mitglied der Babylon-Belegschaft über den aktuellen Stand des Arbeitskampfs berichten. Der Berliner Arbeitsrechtler Klaus Stähle, der die FAU als Anwalt vertritt, wird eine kurze Einführung in die juristische Problematik geben.

Nach welchem Kriterium entscheidet ein Arbeitsgericht, was eine Gewerkschaft ist? Was bedeutet Begriffe wie Sozial- und Tarifmächtigkeit, die in dieser Auseinandersetzung eine Rolle spielen?

Warum sich auch gewerkschaftliche Kreise außerhalb der FAU für die Koalitionsfreiheit einsetzen sollten, wird der Publizist und Gewerkschaftsaktivist Willi Hajek mit Blick auf die Situation auch an der DGB-Basis erläutern.

Hajek gehört zu den Mitbegründern des „Solidaritätskomitee für gewerkschaftliche Freiheit“, das seine Arbeit vorstellt. Die Grundthese des Komitees, nicht Gerichte, sondern die Beschäftigten sollen darüber entscheiden, wie sie sich organisieren, wird von uns unterstützt.

Roter Abend: Mittwoch, 3. März 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


S-Bahn Chaos in Berlin und
kapitalistische Verwertungslogik

Vollgestopfte S-Bahnen, jeder 2. Zug fällt aus, Alltag im Berliner Nahverkehr. Ob im Winter oder Sommer, das Berliner S-Bahn-Chaos kennt keine Jahreszeit. Trotzdem versuchen die politisch Verantwortlichen die Fahrplanausfälle mit dem Wetter oder mit Materialproblemen zu begründen. Dabei ist das Berliner S-Bahn-Chaos ein Lehrstück über die geplante Privatisierung und Unterwerfung öffentlichem Eigentums unter das Wertgesetz des Kapitalismus. Die Folgen davon sind Personalabbau, ein höherer Druck auf die Belegschaften, die Schließung von Werkstätten und die Verringerung von Sicherheits- und Wartungsreserven. So führt jedes Problem gleich zu einem Betriebschaos bei der Berliner S-Bahn.

Der Gewerkschafter Rainer Perschewski gibt eine politische Einschätzung und stellt die Frage nach dem politischen Umgang mit dem Problem. Der Journalist Rainer Balcerowiak wird zur Diskussion stellen, ob in dem Fall der Berliner S-Bahn eine Neuausschreibung ein richtiger Schritt sein könnte. Dabei gilt es jedoch zu verhindern, dass ein Einfallstor für Lohndumping bei der Berliner S-Bahn geschaffen wird.

Roter Abend: Mittwoch, 3. Februar 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Putsch in Honduras:

US-Militärbasen in Kolumbien – Amerika vor einem rechten Rollback?

Große Teile der Linken richteten ihre Hoffnungen auf den amerikanischen Kontinent. In Venezuela, in Bolivien und Ecuador kamen in den letzten Jahren Regierungen an die Macht, in denen ehemalige AktivistInnen sozialer Bewegungen hohe Posten einnehmen . Sie hatten teilweise eine sozialistische Rhetorik, doch in der Praxis sorgten sie mit Sozialprogrammen für mehr soziale Gerechtigkeit, boten der neoliberalen Variante des Kapitalismus Paroli und setzten sich für eine größere politische und ökonomische Unabhängigkeit von den USA ein.

Doch mit dem Putsch in Honduras und der Errichtung neuer US-Militärbasen in Kolumbien stellt sich die Frage, ob auf dem amerikanischen Kontinent ein rechter Rollback droht.

Und das ausgerechnet unter der Obama-Administration, von der manche eine Entspannung zwischen den USA und den Linksregierungen erwartet hatten. Der Lateinamerikaexperte Harald Neuber wird am Roten Abend die aktuelle Politik der USA zu diesen Regierungen analysieren. Außerdem wird er sich mit der Frage befassen, ob das Säbelrasseln zwischen Kolumbien und Venezuela einen realen Hintergrund hat. Oder stimmt die Einschätzung mancher BeobachterInnen, dass der enger werdende Verteilungsspielraum angesichts der Wirtschaftskrise und sinkender Ölpreise für die Linksregierungen und dabei besonders Venezuela das größere Problem ist.

Diskussionsveranstaltung mit Lateinamerika-Experten Harald Neuber

Roter Abend: Mittwoch, 6. Januar 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Rückblick 2003 bis 2009