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Roter Abend:

Jeden 1. Mittwoch im Monat veranstalten wir den Roten Abend im Stadtteilladen Zielona Gora. Dort informieren und diskutieren wir mit Filmen, ReferentInnen und Vorträgen über aktuelle Themen u.a. aus den Bereichen Soziales, Internationalismus, Antirepression und Kommunismus. Unser Ziel ist es, wichtige Themen aus einer revolutionären Perspektive heraus einzuschätzen und mit Interessierten zu diskutieren.

Der Rote Abend findet statt im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain jeden 1. Mittwoch im Monat. Die Veranstaltungen beginnen pünktlich um 20 Uhr.


Vorschau:

Bürger_innenbeteiligung als Vehikel für
wirtschaftsliberalen Staatsumbau?

Bürger_innenbeteiligung steht derzeit hoch im Kurs. Von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Initiativen wird sie als positives Konzept propagiert.

Nicht erst seit der Debatte um Stuttgart 21 und dem Aufstieg der Piratenpartei wurde dieses Schlagwort in allen politischen Parteien populär. Aber auch die Bertelsmannstiftung und andere wirtschaftsnahe Denkfabriken und Institutionen spielen bei der Entwicklung von Konzepten der Bürger_innenbeteiligung eine wichtige Rolle.

Darauf wird der Publizist und Soziologe Thomas Wagner, Autor des kürzlich im Papyrossa-Verlag erschienenen Buches „Demokratie als Mogelpackung. Oder: Deutschlands sanfter Weg in den Bonapartismus“ detailliert eingehen.

Er wird sich auch mit der Frage beschäftigen, ob mit der Bürgerbeteiligung erneut ein in zivilgesellschaftlichen Kreisen entwickeltes Konzept für die Interessen der besseren Kapitalverwertung instrumentalisiert wird. Oder liegt nicht in der Verschiebung von Forderungen nach Arbeiter_innenkontrolle und Selbstorganisation im Arbeitsleben hin zur Bürger_innenbeteiligung von vornherein ein Problem?

Diskussionsveranstaltung mit dem Publizisten Thomas Wagner.

Roter Abend: Mittwoch, 01. Februar 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Rückblick:

Diskussion über die Aktualität von Sozialismus und Arbeiter_innenbewegung

Am 15. Januar werden wieder Zehntausende zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf die Straße gehen. Doch was können wir heute von ihnen lernen? Sind die Konzepte der sozialistischen Arbeiter_innenbewegung nicht längst überholt?

Am Roten Abend wird der Berliner Historiker Ralf Hoffrogge, der kürzlich im Schmetterling-Verlag das Buch „Sozialismus und Arbeiterbewegung in Deutschland“ veröffentlicht hat, erläutern, warum es wichtig ist, diese Geschichte zu kennen, um auch aus ihren Fehlern und Niederlagen zu lernen.

Hoffrogge wird sich unter anderem mit der Frage des Geschlechterverhältnisses sowie dem Umgang mit Homophobie, Rassismus und Antisemitismus in der deutschen Arbeiter_innenbewegung vor 1914 befassen.

Es wird gemeinsam mit dem Publikum auch um die Frage gehen, wie wir uns auf die Geschichte der Arbeiter_innenbewegung beziehen können, ohne in die Falle der Verklärung und des Totalverrisses zu gehen.

Wurden damals nicht schon Fragen gestellt, aber auch schon Antworten gegeben, die für eine emazipatorische Linke, im Kampf gegen Staat, Kapital und Nation weiterhin aktuell sind?

Luxemburg-Liebknecht-Lenin-Demonstration:
15. Januar 2012 • 10.00 h • U Frankfurter Tor

Roter Abend: Mittwoch, 04. Januar 2012 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Occupy-Bewegung – Politik als Ich-AG?
Kritik und Perspektiven

Ist die Occupy-Bewegung wirklich der Beginn einer neuen sozialen Bewegung, wie auch manche in der außerparlamentarischen Linken hoffen?

Auf der Veranstaltung wird N.N. von den Internationalen Kommunist_innen diese Bewegung kritisch analysieren und hinterfragen, in welcher Tradition ihre Ablehnung von Parteien und Gewerkschaftsemblemen steht.

Anna von der Interventionistischen Linken (IL) wird sich mit den Protestbewegungen in Italien auseinandersetzen, und dabei auch auf die hierzulande wenig wahrgenommenen feministischen Interventionen gegen das patriarchale Frauenbild von Berlusconi und seines Regierungsblocks eingehen.

N.N. von der Berliner Gruppe Theorie Organisation Praxis wird ein bundesweites Demonstrationsprojekt vorstellen, das sich im März 2012 in Frankfurt/Main gegen die EU und die Rolle Deutschlands richtet.

Roter Abend: Mittwoch, 07. Dezember 2011 ab 20 Uhr
im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


"Die Todesnacht in Stammheim: Eine Untersuchung -
Indizienprozess gegen die staatsoffizielle Darstellung

In diesem Jahr hat sich die Todesnacht von Stammheim zum 34ten Mal gejährt, als drei RAF-Mitglieder in ihren Zellen starben. Mord oder Selbstmord, das war drei Jahrzehnte ein großer Streitpunkt.

Mittlerweile interessiert sich nur noch ein kleiner Teil der Linken für die Umstände im Hochsicherheitsgefängnis am Rande von Stuttgart. Vielleicht kann ein im Pahl-Rugenstein-Verlag erschienenes Buch wieder mehr Menschen dafür interessieren.

Der IT-Spezialist und Betriebsrat Helge Lehmann hat eine akribische Untersuchung angestellt. Man merkt dem Buch an, dass viel Arbeit und eine naturwissenschaftliche Neugier dahinter steckt. Lehmann hat nichts am Hut, mit den alten Glaubenssätzen über den Tod der Gefangenen. Er orientiert sich an den Fakten und kommt zu dem Schluss, dass die staatliche Version der Todesumstände nicht stimmen kann.

Wir wollen am Roten Abend ueber seine Recherchen diskutieren und auch die Frage stellen, warum auch mehr als 30 Jahre nach dem 18.10. die Debatte um Stammheim wichtig ist.

Roter Abend: Mittwoch, 02. November 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Ausbeutung, Repression und Widerstand in Spätverkäufen

Mit einem Minijobvertrag bis zu 60 Stunden in der Woche schuften?
Niedriglohn und Praktika ganz ohne Geld sind auch in Warenhausketten mittlerweile an der Tagesordnung. Ein Kollege wird am Roten Abend berichten, warum er solche Arbeitsbedingungen in einem Spätkauf in Berlin-Friedrichshain fast 3 Jahre ertragen hat, bis der Zeitpunkt kam, wo er sich dagegen wehrte. Jetzt klagt er den ihm zustehenden Lohn ein.

Unterstützung erhält er von der anarchosyndikalistischen FAU, die auf der Veranstaltung deutlich machen wird, dass es hier nicht um einen Einzelfall geht. Der Besitzer des Spätkaufs versucht, juristisch mit der Drohung hoher Strafgelder die Berichterstattung über den Fall zu verhindern.

Davon betroffen ist auch Karl-Heinz Schubert von der Trend-Onlinezeitung, die einen Bericht darüber veröffentlichte. Schubert wird berichten, wie er sich gegen die Drohung wehrt. Die Veranstaltung soll den Kollegen und die von Repression betroffenen Medien unterstützen und andere Lohnabhängige motivieren, sich ebenfalls gegen Dumpinglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen zu wehren.

Mit: N.N. kämpfenden Kollegen,
einen Vertreter der Freien Arbeiterunion (FAU),
Karl-Heinz Schubert (Trend Online-Zeitung)

Roter Abend: Mittwoch, 05. Oktober 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


SA-Terror und proletarischer Widerstand
in Berlin zwischen 1930 – 1933

Sie nannten sich “Lustig Blut” oder “Edelweiß”, ihr Motto war: “Wo wir Nazis sehn, da jibt’s Kleinholz”. Sie rissen Nazipropaganda ab und verhinderten gelegentlich ganz handfest Treffen von Faschisten in Kreuzberg.

Hier entwickelte sich zwischen 1929 und 1933 die erste Jugendantifa, die sich in den proletarischen Kiezen der SA entgegen stellte. Der Berliner Historiker Fülberth, der kürzlich in dem Buch „... wird mit Brachialgewalt durchgefochten“ diese weitgehend vergessene Geschichte von unten rekonstruiert hat, wird am Roten Abend einen Überblick über die Auseinandersetzungen geben.

Ein Thema wird der Umgang der Justiz der Weimarer Republik mit Angeklagten aus der NS-Bewegung und der Antifa sein. Wer die Veranstaltung im Zielona Gora verpasst hat oder das Gehörte noch einmal anschaulicher präsentiert haben will, kann am 10. 9. auf einer Stadtführung den Historiker Fülberth zu einigen historischen Orten begleiten, an denen der Kampf der SA um die Arbeiterviertel auf Widerstand stieß.

10.09.2011, 16 Uhr: Stadtteilspaziergang:
Treffpunkt Wienerstr. 10 (U-Bhf-Görlitzerbahnhof)
www.antifa-fh.de.vu

Roter Abend: Mittwoch, 07. September 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die indische Naxalit_innenbewegung –
Entstehung – Praxis – Perspektiven?

Die oft verkürzt als maoistische Bauernguerilla bezeichnete indische Naxalit_innenbewegung findet hierzulande auch in der Linken wenig Beachtung. Der Frankfurter Politikwissenschaftler Lutz Getzschmann und regelmäßiger Autor verschiedener linker Zeitungen, u.a. der Jungle World hat mit seinem vor einigen Monaten im ISP-Verlag erschienenen Buch „Indien und die Naxaliten – Agrarrevolten und kapitalistische Modernisierung“ wichtige Informationen über diese Bewegung geliefert und sie in den politischen Kontext der indischen Gesellschaft eingeordnet.

Am Roten Abend wird Getzschmann einen Einblick in die Geschichte der Naxalit_innenbewegung und der sozialen und politischen Bedingungen geben, unter denen sie entstehen und sich in mehreren Regionen festsetzen konnte.

Über die politische Praxis der Naxait_innen, die sich keineswegs auf den bewaffneten Kampf beschränkt sondern auch soziale und gewerkschaftliche Organisierung umfasst, wird Getzschmann ebenso informieren wie über die staatliche Repression, von der die sozialen Bewegung der ländlichen Region betroffen sind.

Die Perspektiven der naxalitischen Bewegung in der kapitalistischen Weltmacht Indien soll ebenso Gegenstand der Diskussion sein, wie über die Frage, wo sich in ihrer Theorie und Praxis emanzipatorische Elemente finden lassen.

Roter Abend: Mittwoch, 03. August 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Weder EU noch Deutschland
Wie kann eine linke EU-Kritik aussehen?

In der Eurokrise wurde deutlich, dass die deutschen Eliten den europäischen Nachbarländern ihr Wirtschaftsmodell aufzwingen wollen. Besonders in Spanien und Griechenland stößt diese Erpressungspolitik zunehmend auf Kritik.

In Deutschland hingegen gibt es in linken Debatten kaum eine fundierte Anaylse der deutschen Rolle in der EU. Jörg Kronauer ist einer der wenigen linken Publizisten, der seit Jahren in Artikel in der Monatszeitung Konkret aufzeigt, wie der Einfluss der deutschen Eliten in Europa wächst. Am Roten Abend wird er auf historische und ökonomische Aspekte der deutschen EU-Politik eingehen und auf die aktuelle Rolle Deutschland innerhalb der EU eingehen.

Eine wichtige Frage ist dabei, wie eine linke Position zum kapitalistischen EU-Projekt aussehen kann, die weder ein Zurück zu den Nationalstaaten propagiert, noch als linkes Feigenblatt eines kapitalistischen EU-Blocks auftritt. Wie eine linke EU-Kritik aussehen kann, wird Gegenstand der gemeinsamen Diskussion sein.

Diskussionsveranstaltung mit dem Sozialwissenschaftler und freien Journalisten Jörg Kronauer

Roter Abend: Mittwoch, 06. Juli 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Klassenkampf – Kalter Kaffee oder aktuell wie nie?

Am 1. Mai war in Berlin und bundesweit die Parole „Klasse gegen Klasse“ oft auf Transparenten und Plakaten zu lesen. Der Klassenbegriff scheint innerhalb der linken Bewegung wieder stärker eine Rolle zu spielen. Die BRD als Klassengesellschaft zu bezeichnen wird allerdings im vorherrschenden öffentlichen Diskurs als veraltet und nicht mehr zutreffend angesehen.

Andere Begriffe wie Milieus oder Lebensstile kennzeichnen jedoch nur Erscheinungen, ohne die Abhängigkeit von Lohnarbeit ins Zentrum zu stellen. Insgesamt sind in der BRD 36 Millionen abhängig beschäftigt. Davon sind noch 30 Prozent im industriellen Sektor tätig.

Die Arbeiterklasse ist nicht verschwunden – sie ist jedoch in der Öffentlichkeit kaum mehr als organisierter gesellschaftlicher Faktor wahrnehmbar. Dabei ist der Klassenkampf auch in der BRD permanent im Gange. Allerdings in erster Linie als Klassenkampf von oben: Sozialabbau, niedrige Löhne, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Bildungsabbau, der Ausbau des Repressionsapparates und vieles mehr. Staat und Kapital führen einen Angriff auf die Lohnabhängigen nach dem nächsten durch. Eine entschlossene und kämpferische breite Bewegung dagegen ist jedoch noch nicht entstanden. Doch es gibt auch in einigen Bereichen Gegenwehr der Lohnabhängigen, wie zum Beispiel der Streik der Lokführer oder der Charité-Beschäftigten in Berlin. Insgesamt sind klassenkämpferische KollegInnen am Arbeitsplatz jedoch in der Minderheit, Vereinzelung und Passivität überwiegen. Die linke Bewegung hat wenn es um das Thema Arbeitskämpfe geht oft wenig Interesse. Es fehlen die Kontakte zu den Beschäftigten und die eigene Lohnarbeit oder Erwerbslosigkeit wird häufig nicht als Kampffeld betrachtet. Deshalb bleibt es oft bei der rein theoretischen Beschäftigung mit der Arbeiterklasse in marxistischen Seminaren. Um den Klassenkampf von unten zu stärken bedarf es aber auch einer gemeinsamen Praxis von Beschäftigen, SchülerInnen, Studierenden und Erwerbslosen im Betrieb, im Stadtteil und natürlich auf der Straße.

Bei der Veranstaltung werden der marxistische Soziologe Werner Seppmann, Autor des Buches: „Die verleugnete Klasse“ und Willi Hajek, linker Basisaktivist und Autor aus Berlin, unter anderem folgende Fragen diskutieren: Was ist heute unter Arbeiterklasse konkret zu verstehen? Was ist die Ursache für die mangelnde Widerstandskraft der Arbeiterklasse gegen die Angriffe des Kapitals und wie kann das Klassenbewusstsein der Lohnabhängigen gestärkt werden? Welche Rolle spielt die Klasse der Lohnabhängigen bei der Überwindung des Kapitalismus? Wie kann eine klassenkämpferische Praxis heute aussehen? Welche Erfahrungen bei betrieblichen und gewerkschaftlichen Basiskämpfen gibt es?

Außerdem wird ein Vertreter des klassenkämpferischen Blockes die Initiative vorstellen und die Intentionen erläutern. Die Veranstaltung wird vom Roten Abend zusammen mit dem klassenkämpferischen Block organisiert.

Roter Abend: Mittwoch, 01. Juni 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Zur Abwertung reproduktiver Arbeit und der Fortschreibung kapitalistischer Geschlechterarrangements in der Sowjetunion

Mit dem Namen der russischen Marxistin und Ministerin in der frühen Sowjetunion Alexandra Kollontai sind bedeutende der kurze frauenpolitische Aufbruch nach der Oktoberrevolution verbunden.

Die Liberalisierung des Scheidungsrechts, das Recht auf Abtreibung, die Einrichtung von Gemeinschaftsküchen, die die individuelle Hausarbeit ersetzen sollten, gehören zu den Elementen ihrer Politik.

Am Roten Abend wird sich die Autorin und Kuratorin Felicita Reuschling mit den praktischen und theoretischen Interventionen von Kollontai kritisch untersuchen. Dabei setzt sie sich nicht nur mit Kollontais Bewertung der Hausarbeit als unproduktiv auseinander. Sie hinterfragt mit dem Begriff der produktive Arbeit eine zentrale Kategorien des Marxschen Denkens. Das schließt die Kritik der Arbeitswertlehre bei ein, wo  Ausbeutungs- und Hierarchieverhältnisse nur bei bezahlter und damit auch quantifizierbarer Arbeit festgestellt werden können und damit eine nationalökonomische Perspektive reproduziert wird.

In einer Zeit, wo der Care-Sektor wächst, der nach dieser Definition zur unproduktiven Arbeit gezählt wird, ist eine solche Kritik besonders wichtig bei allen, die weiterhin an die Perspektive einer kommunistischen Vergesellschaftung festhalten.

Roter Abend: Mittwoch, 04. Mai 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Queer, flexibel, erfolgreich.
Haben dekonstruktivistische Ansätze den Feminismus entwaffnet?

Wo liegen die Ursachen für die Verwandlung eines Teils des Feminismus zumindest in den Ländern wie Deutschland und den USA zu einem popkompatiblen Lifestyle-Projekt?

Die Historikerin und feministische Theoretikerin Tove Soiland sieht einen Grund darin, dass die Verbindung zur Kapitalismuskritik, die zu Beginn der 2. Frauenbewegung noch vorhanden war, zunehmend verloren ging. Statt der Analyse der kapitalistischen Verwertung und ihrer Verbindung mit patriarchalen Unterdrückungsformen sei es in der feministischen Debatte zunehmend nur noch um das Recht auf Anerkennung und Differenz unterschiedlicher Lebensstile gegangen.

Diese feministische Kritik konnte nicht mehr analysieren, dass die flexiblen Identitäten sich gut mit dem Geschlechterregime eines Postfordismus vertrugen, dessen Anspruch „Sei flexibel“ in vielen Lebensbereichen durchaus auch als Drohung aufgefasst werden kann.

Wir wollen mit Tove Soiland diskutieren, warum marxistische Ansätze in der feministischen Debatte marginalisiert wurden. Uns interessiert auch die Frage, wie der verlorene Link zwischen Feminismus und Kapitalismuskritik wieder hergestellt werden kann. Denn eine Kritik am Lifestyle-Feminismus bedeutet weder ein Zurück zum Haupt- und Nebenwiderspruchsdenken des Traditionsmarxismus noch zu dessen Sehnsucht nach der patriarchalen Kleinfamilienideologie.

Lesetipps:

Roter Abend: Mittwoch, 06. April 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Aufstand im arabischen Raum –
wann fällt das Regime in Teheran?

Während im arabischen Raum große Teile der Bevölkerung gegen die diktatorischen Regime kämpfen, geht auch im Iran die Oppositionsbewegung trotz massiver Repression wieder auf die Straße. So wurden in den letzten Monaten mehrere Oppositionelle hingerichtet, kritische Künstler_Innen und Intellektuelle werden verstärkt verfolgt, Universitäten werden noch stärker reglementiert.

Darüber werden die Freund_Innen des „Komitees zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran- Berlin“ am Roten Abend berichten. Dabei interessiert uns auch die Situation von Gewerkschafter_Innen und Lohnabhängigen, die im Iran für ihre Rechte kämpfen wollen und die in den hiesigen Medien wenig Beachtung finden.

Wir verstehen diese Veranstaltung als Beitrag zur Mobilisierung zum 18.März, dem internationalen Kampftag für die Freilassung der politischen Gefangenen. Der Polizeiüberfall gegen eine Kundgebung iranischer Oppositioneller am 12.12.2010 vor der iranischen Botschaft in Berlin macht die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit noch deutlicher.

Eine Veranstaltung mit dem Komitee zur Unterstützung der politischen Gefangenen im Iran-Berlin

Roter Abend: Mittwoch, 02. März 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Europa entsichern! 
Veranstaltung zu Enttarnung von verdeckten Ermittlern und der europäischen Sicherheitsarchitektur

In den letzten Monaten wurden mit Simon Bromma in Heidelberg und Mark Kennedy in Großbritannien zwei verdeckte Ermittler enttarnt, die die linke Szene infiltrierten und dabei auch länderübergreifend tätig waren. Wir wollen diese aktuellen Fälle von Repression gegen Linke zum Anlass für eine Diskussionsveranstaltung nehmen, die die „Sicherheitsarchitektur“ in Europa und den USA thematisiert.

Zuvor wird Birgit Westermann auf den im Jahr 2000 enttarnten Manfred Schlickenrieder eingehen, der ebenfalls linke Strukturen in verschiedenen europäischen Ländern infiltriert hatte.

Der auf europäische Repression spezialisierte Journalist Matthias Monroy wird die aktuelle Entwicklung in der europäischen Polizeiarbeit analysieren. Schon im Jahr 2007 forderte der EU-Rat „bestehende rechtliche und praktische Hindernisse in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in Bezug auf verdeckte Ermittler sollten … beseitigt werden“.  Der politische Aktivist Jason Kirkpatrick  wird auf Polizeistrategien in den USA eingehen.

In der anschließenden Debatte wollen wir neben der Frage des Schutzes linker Strukturen vor verdeckten Ermittlern auch über Gegenstrategien zur  europäischen Sicherheitsarchitektur diskutieren, wozu auch der Protest und Widerstand gegen den in diesem Jahr am 15. und 16. Februar 2011 im Berliner Congress Center tagenden europäischen Polizeikongress gehört.

Roter Abend: Mittwoch, 02. Februar 2011 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die Linke in der Krise –
Reflexionen der Sozialproteste 2010

Erwerbslosengruppen und soziale Initiativen haben im Herbst 2010 gegen Hartz IV-Kürzungen, Gesundheitsprogramme und Sparpakete protestiert: Eine bundesweite Erwerbslosendemostration in Oldenburg am 10.Oktober 2010 wurde von den Betroffenen positiv eingeschätzt.

Versuche, Aktionen des zivilen Ungehorsams wie Blockaden auf soziale Bewegungen zu übertragen, waren weniger erfolgreich. Eine für den 18. Oktober in Frankfurt/Man geplante Bankenblockade war wegen mangelnder Resonanz abgesagt worden. Auch die Bundestagbelagerung am 26.November kam über symbolischen Charakter nicht hinaus.

Warum bleiben in Deutschland soziale Proteste anders als in Frankreich und Großbritannien begrenzt? Ist die Mehrheit der Lohnabhängigen und Erwerbslosen in Deutschland so schwer zu mobilisieren, weil sie der Meinung sind, das Opfer für den Standort Deutschland gebracht werden müssen? Wie soll es im nächsten Jahr weiter mit den Sozialprotesten gehen?

Darüber wollen wir am Roten Abend am 5. Januar diskutieren. Kurze Inputs kommen von den Soziologen und Mitglied der anarchosyndikalistischen Freien ArbeiterInnen Union (FAU) Holger Marcks, Michael Prütz vom Berliner Anti-Krisenbündnis und N.N. von der Gruppe Theorie und Praxis (TOP).

Roter Abend: Mittwoch, 01. Dezember 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Sarrazin - EIN Lautsprecher des Kapitals?

Der ehemalige Berliner Senator und Deutsche Bank-Vorstand Thilo Sarrazin beherrscht seit Monaten die innenpolitische Debatte.

Karl-Heinz Schubert von der Onlinezeitung Trend wird am Roten Abend aufzeigen, dass Sarrazin in seinem Buch “Deutschland schafft sich ab“ dem Kapital und dessen herrschenden politischen Personal Vorschläge unterbreitet, wie der von Krisen gezeichnete Kapitalismus die Zurichtung und Unterordnung der Ware Arbeitskraft durch massive Kürzung ihrer Reproduktionskosten sicherstellen kann. Sarrazins Vorschläge und Konzepte sind auch keineswegs neu, sondern popularisieren bereits vorhandene Krisenlösungsmodelle, wie sie seit Jahren in den Denkfabriken des Kapitals ausgearbeitet werden.

Welche Bündnisse und welche Gegenwehr dagegen organisiert werden müssten, soll ebenso Gegenstand der Diskussion sein, wie die Frage, warum die meisten Sarrazin-KritikerInnen diesen Aspekt weitgehend ausblenden.

Roter Abend: Mittwoch, 01. Dezember 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Aus der linke Geschichte lernen –
Revolution und bewaffnete Aufstände 1918-1923

Während in vielen europäischen Ländern die Menschen gegen Sparpakete, Kürzungen bei Lohnabhängigen und Erwerbslosen auf die Straße gehen, ist in Deutschland der Protest gering. Das liegt auch daran, dass hierzulande die Geschichte von bewaffneten Aufständen und Klassenkämpfen weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Der langjährige Aktivist in autonom-antifaschistischen Zusammenhängen Bernd Langer hat sich in dem Buch „Revolution und bewaffnete Aufstände 1918 - 1923“ der Rekonstruktion dieses Teil der linken Geschichte gewidmet. Er wird am Roten Abend über eine Zeit berichten, als sich Menschen massenhaft gegen Kriegs- und Hungerpolitik wehrten, als die Menschen daran gingen, selber Geschichte zu schreiben.

Auch wenn sich der 9. November 1918 dieses Jahr zum 92ten Mal jährt, beschäftigen wir uns mit den damaligen Kämpfen nicht aus Gründen der Traditionspflege. Ohne die großen Unterschiede in der politi-
schen und sozialen Situation zu verkennen, stellen wir uns auch die Frage nach Anknüpfungspunkten zur Gegenwart. Daher werden wir zu Beginn der Veranstaltung aktuelle Infos zu der für den 26.11., anlässlich der dritten Lesung des Sparpakets geplanten Bundestagsbelagerung geben, die wir unterstützen.

Roter Abend: Mittwoch, 03. November 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Bahnen und Busse umsonst –
für das Recht auf Mobilität

Die Initiative „Berlin fährt frei“ setzt sich für einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr in Berlin. Wir gehören zu den Unterstützer_Innen, weil wir darin einen Kampf um das Recht auf Mobilität sehen, auf deren lange unterschiedliche Geschichte wir anfangs verweisen. Am Roten Abend wollen wir die Initiative vor und zur Diskussion stellen und haben dazu Aktivist_Innen von unterstützenden Gruppen eingeladen:

Lisa von der Gruppe FelS, Michelle von der Gruppe gegenstromberlin und Micky von der Ökologischen Linken

Was ist das Ziel einer solchen Kampagne? Wie sind die Erfolgsaussichten angesichts fast jährlicher Preissteigerung beim Nahverkehr, der ohne große Proteste akzeptiert wird? Kann eine solche Initiative zu einer besseren Verbindung von Klimaaktivismus und sozialen Bewegungen führen? Das sind einige der Fragen, die wir mit den Referent_innen diskutieren wollen.

Uwe Hiksch, stellv. Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin, wird erläutern, warum nur mit einer öffentlichen Mobilitätsversorgung ein flächendeckendes und attraktives Angebot im Bus- und Bahnverkehr möglich ist. Im Widerspruch hierzu steht die Bahnprivatisierung, die Uwe Hiksch kritisiert.

Die Veranstaltung stellen wir in den Kontext sowohl der Herbstaktionstage, zu der von 1.-10.Oktober zahlreiche soziale Initiativen in Berlin aufrufen (http://berlinonsale.blogsport.de/) als auch zum globalen Aktionstag für Klimagerechtigkeit am 12.10 (http://www.climate-justice-action.org), an dem es zu “Berlin fährt frei” Aktionen geben wird.

Roter Abend: Mittwoch, 06. Oktober 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Ist das Existenzgeld unter die Bürger gefallen?

Seit den 90er Jahren wird die Idee eines Bürgergeldes gegen Bürgerarbeit für Langzeitarbeitslose aktiv von der FDP, weniger öffentlich aber auch von Teilen der CDU/CSU und Bündnis 90/Grüne sowie der SPD propagiert. In unterschiedlichen Erscheinungsformen wird es auch von Mitgliedern des Netzwerkes Grundeinkommen vertreten. Im Kontext der weiteren Reform von Hartz IV steht die Einführung der Bürgerarbeit hervor.

Ansinnen der Veranstaltung ist es, herauszuarbeiten, welche sozial- resp. gesellschaftspolitischen Entwicklungen dies einleitet und in welchem Kontext dies zu nationalen und europaweiten Deregulierungen von Löhnen und sozialen Absicherungen steht. Wir wollen diskutieren, welche Alternativen dazu aus Sicht der Ausgebeuteten und Ausgegrenzten politisch richtig sind.

Kann angesichts einer solchen Entwicklung eine Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen/Existenzgeld einen realen Ausweg aufzeigen, ist sie derzeit utopistische Spielerei ohne Mobilisierungspotential, oder macht sie sich vielmehr ungewollt zum Türöffner neoliberaler Vorstellungen in die Linke hinein?

Dazu haben wir folgende Gäste eingeladen:

Anne Allex ist Sozialpolitikerin und nimmt am Runden Tisch gegen Erwerbslosigkeit und soziale Ausgrenzung teil.

Michael Klockmann ist prekärer Selbständiger und Mitglied des Netzwerk Grundeinkommens, dessen bedingungslose Variante ohne Arbeitszwang er vertritt.

Detlef Georgia Schulze ist PolitikwissenschaftlerIn und hält Existenzgeld nicht für eine zielführende "Tagesutopie" auf dem Weg in eine emanzipierte, solidarische Gesellschaftsformation.

Roter Abend: Mittwoch, 1. September 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Chavismus und Zapatismus –
Linke Perspektiven?

Die Perspektive der lateinamerikanischen Linken, besonders die Aktivitäten der Zapatist_Innen in Südmexiko und die bolivarianische Revolution in Venezuela sind Gegenstand heftiger Kontroversen. Der Hamburger Politikwissenschaftler und Journalist Helge Buttkereit hat mit seinem im Pahl-Rugenstein-Verlag erschienenen Buch „Utopische Realpolitik - Die Neue Linke in Lateinamerika“ gleich in zweifacher Hinsicht Neuland betreten.

Er hat die Entwicklungen in Bolivien, Venezuela, Ecuador und die zapatistische Bewegung in Südmexiko analysiert und bei allen historischen und politischen Unterschieden die Gemeinsamkeiten herausgestellt und er hat diese Entwicklungen rückgekoppelt und den Versuch gewagt, sie auf die hiesigen Verhältnisse zu übertragen.

Am Roten Abend wird Buttkereit seine Thesen zur Diskussion stellen. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob angesichts der unterschiedlichen politischen und ökonomischen Situation eine Diskussion über die Übertragbarkeit möglich und wünschenswert ist. Mit der von manchen Beobachter_Innen vertretetenen These vom Ende der Linksverschiebung in Lateinamerika werden wir uns auseinandersetzen, wie mit der Frage, ob diese Linke mehr zustande bringt, als eine soziale Variante des Kapitalismus.

Roter Abend: Mittwoch, 4. August 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Gewerkschaften in der Krise?!

Nicht nur bei Opel betätigen sich führende Betriebsräte als Co-Manager und kämpfen mit Lohnverzicht für den Standort.

Warum hört man so wenig von klassenkämpferischen Positionen? Ist eine linke Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit heute in einzelnen Betrieben noch möglich oder kann die nur in eine gesellschaftspolitische Bewegung eingebunden sein?

Darüber wollen wir mit dem langjährigen Bochumer Betriebsrat Wolfgang Schaumberg diskutieren. Er ist bis heute Aktivist der linksgewerkschaftlichen Gruppe Gegenwehr ohne Grenzen (GoG).

Zu Beginn werden wir einen Film über die Arbeit der GoG sehen, die seit den letzten Betriebsratswahlen keinen Sitz mehr in dem Gremium hat.

Über die Gründe dieser Niederlage und die Perspektive der GoG werden wir ebenfalls sprechen. Zudem wollen wir über drohende Ausschlüsse kämpferischer GewerkschafterInnen beispielsweise bei Daimler-Berlin informieren, die auf einer eigenen Liste zur Betriebsratswahl kandidiert haben und jetzt Solidarität brauchen.

Diskussionsveranstaltung mit Wolfgang Schaumberg, langjähriger Opel-Betriebsrat in Bochum und bis heute aktiv in der linksgewerkschaftlichen Gruppe „Gegenwehr ohne Grenzen“ GoG und Will Hajek,Mitglied des Komitees für gewerkschaftliche Freiheiten.

Roter Abend: Mittwoch, 7. Juli 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Die Linke und die Krise

Wie es dem Dax und der Börse in der Wirtschafts- und Finanzkrise geht, lesen wir täglich in den Medien. Welche Auswirkungen die Krise auf das Leben von Lohnabhängigen und Erwerbslosen hat, ist das Thema des Films „Der Gewinn der Krise“, den wir am Roten Abend zeigen. Anschließend diskutieren wir mit dem Filmemacher Jörg Nowak. Für den Film wurden im letzten Jahr Krisenbetroffene in 9 Städten quer durch die Republik befragt.

Welchen Stellenwert linke Interventionen in den Zeiten der Krise haben, wird das Thema des zweiten Teils sein. Eingeladen ist eine Vertreterin der Gruppe Theorie und Praxis (TOP), die Teil eines Bündnisses ist, das am 5.6.2010 einen antikapitalistischen Workshoptag organisiert und AktivistInnen des Berliner Antikrisenbündnisses, das die Demonstration „Die Krise heißt Kapitalismus“ am 12.6.2010 in Berlin vorbereitet.

Hat das Motto "Wir zahlen nicht für Eure Krise" heute noch mobilisierenden Charakter? Ist die Krise überhaupt ein günstiger Moment, für die antikapitalistische Mobilisierung oder wäre es sinnvoller, den kapitalistischen Normalzustand in den Fokus der Auseinandersetzung zunehmen, lauten einige Fragen, die wir diskutieren wollen.

Roter Abend: Mittwoch, 2. Juni 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Gesundheit und Pflege
im K(l)assenkampf

Die Kopfpauschale als Markenzeichen der neoliberalen Gesundheitsreform sorgt für Beunruhigung in der Bevölkerung und könnte zu Protesten führen. Doch soll deswegen der Status Quo im Pflege- und Gesundheitsbereich verteidigt werden?

Darüber wollen wir am Roten Abend mit AkteuerInnen im Pflege- und Gesundheitsbereich diskutieren.

Eingeladen haben wir Beschäftigte aus dem Bereich der Assistenz und Pflege, die im letzten Jahr mit dem Scheiss-Streik neue Formen des Kampfes gegen prekäre Arbeitsbedingungen ausprobierten. AktivistInnen des „Arbeitskreises mit ohne Behinderung“ (ak MoB) schildern, wie sich ihnen heute schon die vielfältigen Kürzungen im Gesundheits- und Pflegebereich darstellen.

Das Berliner Mitglied des Verbands Demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VDÄÄ) Chaim Jellinek erläutert, was von den Klagen vieler ÄrztInnen über finanzielle Engpässe zu halten ist.

Mit AktivistInnen von der AG Gesundheitspolitik im Anti-Krisenbündnis wollen wir die Frage diskutieren, wie ein Widerstand gegen Gesundheitsreform aussehen kann, die mit der Ablehnung der Kopfpauschale nicht bei der Verteidigung des Ist-Zustands stehen bleibt.

Roter Abend: Mittwoch, 5. Mai 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Heraus zum 1. Mai – aber wohin:
Diskussion: Prekarität, Arbeit, Alltag

Wieder naht der 1. Mai und wir stellen uns die Frage, in welcher Form sich Erwerbslose, Lohnabhängige und prekär Beschäftigte daran beteiligten wollen. In den letzten vier Jahren haben wir uns an einem sozialpolitischen Bündnis beteiligt, dass die Mayday-Parade gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse organisierte. Ein Aktivist der Gruppe "für eine linke Strömung" (fels) wird begründen, warum es in diesem Jahr keine Mayday-Parade am 1. Mai in Berlin geben wird. Außerdem wollen wir über Erfolge und Grenzen der vier Berliner Mayday-Paraden diskutieren. Organisierungsversuche von prekär Beschäftigten gibt es auch außerhalb des Mayday, z.B. in den Gewerkschaften. Deswegen laden wir auch AktivistInnen der Jungen GEW Berlin zu der Veranstaltung ein.

Wieder naht der 1. Mai und wir stellen uns die Frage, in welcher Form sich Erwerbslose, Lohnabhängige und prekär Beschäftigte daran beteiligten wollen. In den letzten vier Jahren haben wir uns an einem sozialpolitischen Bündnis beteiligt, dass die Mayday-Parade gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse organisierte. Ein Aktivist der Gruppe "für eine linke Strömung" (fels) wird begründen, warum es in diesem Jahr keine Mayday-Parade am 1. Mai in Berlin geben wird. Außerdem wollen wir über Erfolge und Grenzen der vier Berliner Mayday-Paraden diskutieren. Organisierungsversuche von prekär Beschäftigten gibt es auch außerhalb des Mayday, z.B. in den Gewerkschaften. Deswegen laden wir auch AktivistInnen der Jungen GEW Berlin zu der Veranstaltung ein.

Wie im letzten Jahr soll es auch an diesem 1. Mai einen klassenkämpferischen Block in der DGB-Demonstration geben. Ein Aktivist der Vorbereitungsgruppe wird das Konzept vorstellen und begründen, warum eine entschiedene Kritik an der Standortpolitik der DGB-Spitze notwendig ist, die die Gewerkschaftsbasis nicht rechts liegen lässt.

Daneben wird es Infos zu den geplanten Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch in Berlin am 1. Mai und zum politischen und juristischen Stand der Revolutionären 1.Mai-Demo um 18 Uhr geben.

Roter Abend: Mittwoch, 7. April 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Arbeitskämpfe und betriebliche Organisierung
Juristische Repressalien gegen die FAU

Per einstweiliger Verfügung ist der FAU-Berlin zurzeit untersagt, sich Gewerkschaft zu nennen. Mittlerweile sind ihre Sekretäre mit Geldstrafen und sogar Haft bedroht. Diese Repressalien sind die Folge eines Arbeitskampfes um einen Haustarifvertag, den die FAU gemeinsam mit der Belegschaft des Kinos Babylon Mitte mehrere Monate geführt hat.

Auf dem Roten Abend wird ein Mitglied der Babylon-Belegschaft über den aktuellen Stand des Arbeitskampfs berichten. Der Berliner Arbeitsrechtler Klaus Stähle, der die FAU als Anwalt vertritt, wird eine kurze Einführung in die juristische Problematik geben.

Nach welchem Kriterium entscheidet ein Arbeitsgericht, was eine Gewerkschaft ist? Was bedeutet Begriffe wie Sozial- und Tarifmächtigkeit, die in dieser Auseinandersetzung eine Rolle spielen?

Warum sich auch gewerkschaftliche Kreise außerhalb der FAU für die Koalitionsfreiheit einsetzen sollten, wird der Publizist und Gewerkschaftsaktivist Willi Hajek mit Blick auf die Situation auch an der DGB-Basis erläutern.

Hajek gehört zu den Mitbegründern des „Solidaritätskomitee für gewerkschaftliche Freiheit“, das seine Arbeit vorstellt. Die Grundthese des Komitees, nicht Gerichte, sondern die Beschäftigten sollen darüber entscheiden, wie sie sich organisieren, wird von uns unterstützt.

Roter Abend: Mittwoch, 3. März 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


S-Bahn Chaos in Berlin und
kapitalistische Verwertungslogik

Vollgestopfte S-Bahnen, jeder 2. Zug fällt aus, Alltag im Berliner Nahverkehr. Ob im Winter oder Sommer, das Berliner S-Bahn-Chaos kennt keine Jahreszeit. Trotzdem versuchen die politisch Verantwortlichen die Fahrplanausfälle mit dem Wetter oder mit Materialproblemen zu begründen. Dabei ist das Berliner S-Bahn-Chaos ein Lehrstück über die geplante Privatisierung und Unterwerfung öffentlichem Eigentums unter das Wertgesetz des Kapitalismus. Die Folgen davon sind Personalabbau, ein höherer Druck auf die Belegschaften, die Schließung von Werkstätten und die Verringerung von Sicherheits- und Wartungsreserven. So führt jedes Problem gleich zu einem Betriebschaos bei der Berliner S-Bahn.

Der Gewerkschafter Rainer Perschewski gibt eine politische Einschätzung und stellt die Frage nach dem politischen Umgang mit dem Problem. Der Journalist Rainer Balcerowiak wird zur Diskussion stellen, ob in dem Fall der Berliner S-Bahn eine Neuausschreibung ein richtiger Schritt sein könnte. Dabei gilt es jedoch zu verhindern, dass ein Einfallstor für Lohndumping bei der Berliner S-Bahn geschaffen wird.

Roter Abend: Mittwoch, 3. Februar 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Putsch in Honduras:

US-Militärbasen in Kolumbien – Amerika vor einem rechten Rollback?

Große Teile der Linken richteten ihre Hoffnungen auf den amerikanischen Kontinent. In Venezuela, in Bolivien und Ecuador kamen in den letzten Jahren Regierungen an die Macht, in denen ehemalige AktivistInnen sozialer Bewegungen hohe Posten einnehmen . Sie hatten teilweise eine sozialistische Rhetorik, doch in der Praxis sorgten sie mit Sozialprogrammen für mehr soziale Gerechtigkeit, boten der neoliberalen Variante des Kapitalismus Paroli und setzten sich für eine größere politische und ökonomische Unabhängigkeit von den USA ein.

Doch mit dem Putsch in Honduras und der Errichtung neuer US-Militärbasen in Kolumbien stellt sich die Frage, ob auf dem amerikanischen Kontinent ein rechter Rollback droht.

Und das ausgerechnet unter der Obama-Administration, von der manche eine Entspannung zwischen den USA und den Linksregierungen erwartet hatten. Der Lateinamerikaexperte Harald Neuber wird am Roten Abend die aktuelle Politik der USA zu diesen Regierungen analysieren. Außerdem wird er sich mit der Frage befassen, ob das Säbelrasseln zwischen Kolumbien und Venezuela einen realen Hintergrund hat. Oder stimmt die Einschätzung mancher BeobachterInnen, dass der enger werdende Verteilungsspielraum angesichts der Wirtschaftskrise und sinkender Ölpreise für die Linksregierungen und dabei besonders Venezuela das größere Problem ist.

Diskussionsveranstaltung mit Lateinamerika-Experten Harald Neuber

Roter Abend: Mittwoch, 6. Januar 2010 ab 20 Uhr im Stadtteilladen Zielona Gora, Grünberger Str. 73, Berlin-Friedrichshain.


Rückblick 2003 bis 2009