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In der Ukraine wie auf der ganzen Welt:
Gegenüber dem imperialistischen Krieg zur proletarischen Losung zurückkommen:
Revolutionärer Defätismus gegen jede Bourgeoisie!

Partisanen und Loyalisten, Nationalisten und Söldner, mit den Waffen von den imperialistischen
Auftraggebern ausgestattet, machen sich bereit, nach dem geschichtlichen Drehbuch:
zum geplanten Mord an den Proletariern.

Als Kommunisten und Internationalisten wissen wir aufgrund unseres historischen Gedächtnisses und Bewusstseins, dass sich in der Epoche des Imperialismus Klassenherrschaft und -Unterdrückung ausweiten und verstärken. Die ökonomische Krise hinterlässt unter den Proletariern auf der ganzen Welt eine wachsende Misere und eine Spur des Todes. Der Krieg ist die natürliche Lebensbedingung des Kapitalismus: Imperialismus bedeutet in der Tat gesteigerten internationalen Wettbewerb, zugespitzte Handelskriege, Kapitalexport, was unvermeidlich zu Konflikten mit dem einen oder anderen führt, die Kontrolle der Rohstoffquellen und der Transportwege und der Versuch, die Konkurrenten auszuschließen, schließlich die unkontrollierte Explosion der Konflikte, zuerst lokal und dann unter günstigen und notwendigen materiellen Bedingungen weltweit.

Das ist es, was seit Jahrzehnten immer weiter geht, angefangen vom Balkan, durch den Mittleren Osten (Irak, die palästinensischen Gebiete, Syrien), schließlich nach Afghanistan, Handelskreuzungen, lebensnotwendige, wichtige Handelswege, Erdöl- und Gasleitungen, Erdöllager und Wasserquellen. Diesmal ist es das russisch-ukrainische Territorium, wo das Verlangen der großen imperialistischen Kolosse (USA, Deutschland, Russland, China) in einen Zusammenstoß mündet, und damit die Voraussetzungen für einen weiteren weltweiten Konflikt schafft.

Die internationalen Mandate, die Versammlungen für den Frieden, die Versammlungen des Sicherheitsrates der UNO sind nutzlose Feigenblätter des Pazifismus, und deshalb nichts als Täuschungsmanöver: es sind die bürgerlichen Diktate, die in all den Jahren hunderttausenden palästinensischen, slawischen, irakischen, afghanischen, libyschen, syrischen und als nächstes russischen und ukrainischen Proletariern den Tod gebracht haben. Entgegen dem Dschungel von Nationalismen, ausgedacht, wiedergeboren oder nur etwas geschwächt, kann der Slogan des Proletariats nicht anders als im Sinne des revolutionären Defätismus lauten: Die deutliche und totale Verweigerung, sich auf eine Seite zu stellen, diese oder jene Bourgeoisie zu unterstützen, und zuerst die "eigene". Es existiert kein "Vaterland in Gefahr", keine "verletzte Demokratie", kein "feindlicher Invasor", keine "Befreiungsarmee": das Proletariat darf nicht weiter in diese mörderische Falle laufen!

Aber was will uns Revolutionärer Defätismus sagen, gegen die Bourgeoisie von allen Nationen – großen und kleinen, schon organisiert in einem Staat oder noch (einem Staat) untergeordnet, selber angreifend oder angegriffen? Was muss die Aktion des Proletariats gegenüber diesen Kriegen sein, die in der Zukunft großflächiger und vernichtender sind – ein 3. weltweites Gemetzel?

1. Die Verweigerung, ökonomische und soziale Opfer zu akzeptieren im Namen der "nationalen Ökonomie"

2. Die Organisierung des Verteidigungskampfes der Lebens- und Arbeitsbedingungen von allen Proletariern, auch wenn dem entgegen die Kriegsunterstützung gefordert und zur "Nationalen Einheit" aufgerufen wird.

3. Offener Bruch mit jeglicher Sozialpartnerschaft und sozialem Frieden, entschiedene Rückkehr zu den Methoden und den Zielen des Klassenkampfes – die jetzt die einzigartige wirkliche internationale Solidarität der Proletarier der imperialistischen Metropolen mit den unterdrückten proletarischen Massen ausdrücken.

4. Verweigerung von jeglichem "Partisanenkampf" (national, vaterländisch, söldnerisch, humanitär, pazifistisch) zur Unterstützung von dieser oder jener "Front".

Nur auf der Basis dieser grundlegenden Prämissen, die die Unabhängigkeit der Aktion des Proletariats implizieren, wird es möglich sein, den offenen revolutionären Defätismus zu organisieren, der es erlaubt, die Front des Krieges zu durchbrechen und zu zerstören, wenn man ihn ins Zentrum der Strategie der Klasse stellt. In dieser Verbindlichkeit zum Kampf sind unsere Verbündeten nur die Proletarier auf der ganzen Welt und besonders jene aus den vom imperialistischen Krieg massakrierten Ländern. Niemals ist oder wird jemand von irgendeiner bürgerlichen Fraktion unser Verbündeter sein, die Kleider werden beliebig gewechselt, Laizist, Religiöser, Reformist oder – noch schlimmer – pseudo-Sozialist. Die tiefgreifende ökonomische Krise und die kriegerischen Interventionen haben fortwährend in den letzten Jahrzehnten gezeigt, dass die kapitalistische Produktionsweise nun am Krankenbett angekommen ist. Ihr langer Todeskampf bedeutet nur Zerstörung und deshalb ist es notwendig, ihr den Todesstoß zu versetzen, durch die gewaltsame Machteroberung und die Errichtung der proletarischen Diktatur, geführt von der kommunistischen Partei, zur klassenlosen Gesellschaft, zum Kommunismus.

In dieser Perspektive wird die Notwendigkeit des Wiederaufbaus, der Erweiterung und der Verankerung der weltweiten kommunistischen Partei immer dringender.

Partito comunista internazionale (il programma comunista)
www.partitocomunistainternazionale.org

 

Redaktionelle Anmerkung:

Der Revolutionäre Defätismus entstand im 1. Weltkrieg, als der linke Flügel der Arbeiter_innenbewegung gegen die Kooperation mit jeglicher der am Krieg beteiligten Bourgeoisien gekämpft hat. Der Fokus richtete sich dabei gegen die Bourgeoisie im eigenen Land. An diesen Grundsatz wollen wir 100 Jahre nach dem 1 Weltkrieg erinnern, in einer Zeit, wo angesichts des aktuellen Konflikts um die Ukraine selbst in bürgerlichen Medien wie der FAZ wieder Vergleiche zur politischen Situation im Vorfeld des 1. Weltkriegs auftauchen.

Dieser Text ist eine Übersetzung aus dem Italienischen. Wir publizieren diesen Text, weil wir ihn für einen wichtigen Beitrag innerhalb der kommunistischen Debatte halten.

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interkomm – internationale kommunist_innen – interkomm.so36.net